Brief an Überlebende
Vor Gedenkfeier: “Costa”-Eigentümer sorgt für Empörung
Aus "logistischen Gründen" sei es unmöglich, die mehr als 3.200 überlebenden Passagiere des Schiffsunglücks auf der Insel zu empfangen, hieß es in dem Schreiben. Deshalb schlägt das Unternehmen den Betroffenen stattdessen die Teilnahme an "dezentralen Gedenkfeiern" in ihren jeweiligen Herkunftsländern vor.
"Unmenschliches und inakzeptables Benehmen"
Der französische Verband der Überlebenden des Dramas übte heftige Kritik an dem Appell. Die Kreuzfahrtgesellschaft habe "von Anfang an ein unmenschliches und inakzeptables Benehmen" an den Tag gelegt, sagte Sprecherin Anne Decre am Donnerstag. Das Angebot, an dezentralen Feiern teilzunehmen, sei ein Versuch des Unternehmens, "unser Schweigen zu erkaufen". Die Überlebenden wollen demnach auch deshalb nach Giglio reisen, "um den Insulanern für alles zu danken, was sie in der Unglücksnacht für uns getan haben", betonte Decre.
Zum Auftakt der Gendenkfeier soll am Sonntagmorgen das Felsstück, das nach der Kollision im Rumpf des Kreuzfahrtschiffes stecken geblieben war, an seinen ursprünglichen Platz im Meer versenkt werden. Auf dem Felsen wurde eine Gedenktafel mit den Namen der 32 Todesopfer angebracht. In der Inselkirche, in welcher zahlreiche Überlebende versorgt wurden, findet ein Gottesdienst statt. Helfern in der Unglücksnacht sollen Medaillen verliehen werden. Am Abend, dem Zeitpunkt der Kollision, sollen schließlich im Hafen die Schiffssirenen ertönen.
"Für uns wird der Jahrestag des Unglücks sehr traurig sein. Die Erinnerungen an diese tragische Nacht sind bei uns allen noch sehr wach", erklärte der Bürgermeister von Giglio, Sergio Ortelli, am Donnerstag. "Wir werden viele Menschen wiedertreffen, die wir in der Nacht des Unglücks in unseren Häusern aufgenommen haben."
Zeremonien in Europa sowie in Ostasien und Peru
Messen und Gedenkveranstaltungen sind auch in mehreren europäischen Städten geplant, aus denen die Todesopfer stammten. Zudem organisierte Costa Crociere in Bombay und Goa eine Hindu-Zeremonie. Aus diesen beiden indischen Städten stammten einige Opfer des Unglücks. Muslimische und buddhistische Zeremonien sind außerdem in Jakarta und auf Bali in Indonesien sowie in der philippinischen Hauptstadt Manila und der peruanischen Hauptstadt Lima vorgesehen.
Kollision mit Fels vor Giglio forderte 32 Todesopfer
Bei dem Unglück am Abend des 13. Jänner 2012 starben 32 Menschen. Die "Costa Concordia" hatte mit mehr als 4.200 Menschen an Bord einen Felsen gerammt und war vor der Toskana-Insel Giglio auf Grund gelaufen. Kapitän Francesco Schettino werden mehrfache fahrlässige Tötung, das vorzeitige Verlassen des Schiffes während der Evakuierung sowie die Verursachung von Umweltschäden vorgeworfen. Ihm drohen 20 Jahre Haft pro Todesopfer. Auch sechs weitere Crew-Mitglieder und drei Manager der Reederei könnten angeklagt werden.







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