Nein, die fast einstündige Rede des israelischen Regierungschefs vor beiden Häusern des amerikanischen Kongresses in Washington war nicht das, was sich so manche Demokraten erwartet haben, auch die Familien der mehr als 120 Geiseln, die sich noch in den Händen der Hamas im Gazastreifen befinden, wurden schwer enttäuscht. Netanyahu sprach nicht von einem möglichst baldigen Kriegsende und auch nicht von einem Deal mit der Hamas, der zu einer Freilassung der Geiseln führen könnte.
Im Gegenteil. Israels Premier machte klar, dass es nur einen Weg zum Frieden geben könne – den „totalen Sieg“ Israels, wie er wörtlich erklärte. Also die komplette Vernichtung der militärischen Infrastruktur der Terrororganisation Hamas, die diesen Krieg ja erst ausgelöst hat mit ihrem Horrorattentat vom 7. Oktober des Vorjahres, bei dem mehr als 1200 Menschen ermordet und fast 230 entführt worden sind.
Netanyahu beschwor die Achse Israel-USA und stellte den Krieg als einen Kampf zwischen Gut und Böse, Freiheit und Tyrannei, Leben und Tod dar: „Es handelt sich nicht um einen Krieg zwischen Zivilisationen, sondern zwischen Barbarei und Zivilisation.“
Nach dem Ende des Krieges solle eine nicht näher bezeichnete palästinensische Zivilverwaltung die Regierung in Gaza übernehmen – auf absehbare Zeit unter israelischer Sicherheitskontrolle. Aus Sicht der großen Mehrheit der Israelis ist das nach dem 7. Oktober die einzige Möglichkeit.
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