Letale Zyanid-Dosis

USA: Mann kurz nach Lottogewinn vergiftet

Ausland
08.01.2013 10:40
Ein äußerst ungewöhnlicher Mordfall beschäftigt derzeit die Polizei von Chicago: Wenige Wochen nach seinem Lottogewinn über eine Million Dollar und nur einen Tag nach der Übernahme des Schecks ist ein Mann mit Zyanid vergiftet worden. Wie die Polizei am Montag mitteilte, waren die Behörden zunächst von einem natürlichen Tod ausgegangen, als der 46-Jährige im Juli vergangenen Jahres gestorben war.

Urooj Khan hatte im Juni 2012 eine Million Dollar (knapp 763.000 Euro) mit einem simplen Rubbellos abgeräumt. Der Zeitung "Chicago Tribune" beschrieb er danach seine Freude über sein Glück: "Ich rief immer wieder: 'Ich habe die Million geknackt!'." Er sei mehrmals in die Luft gesprungen, dann wieder in den Shop gelaufen und habe dem Angestellten 100 Dollar Trinkgeld gegeben.

Großzügiger Mensch
Nach Abzug von Steuern blieben dem glücklichen Gewinner 425.000 Dollar. Damit wollte der 46-Jährige seine offenen Rechnungen bezahlen und in sein Unternehmen, eine Wäscherei, investieren. Außerdem war eine Spende für ein Kinderspital vorgesehen. Laut dem Blatt war Khan als großzügiger Mensch bekannt.

Tod nach Abendessen
Am 19. Juli wurde dem Mann schließlich im Beisein seiner Frau Shabana und seiner Tochter Jasmeen sowie von Freunden der Scheck überreicht. Am nächsten Tag war Khan tot. Laut "Chicago Tribune" war der 46-Jährige am Abend von der Arbeit nach Hause gekommen, hatte mit Frau und Tochter zu Abend gegessen und war zu Bett gegangen. Kurze Zeit darauf habe er zu schreien begonnen und sei verstorben.

Letale Dosis Zyanid
Eine Obduktion kam zu dem Ergebnis, der 46-Jährige habe einen Herzinfarkt erlitten. Wegen Zweifeln seiner Familie sowie seines jungen Alters entschied sich die zuständige Gerichtsmedizin dann jedoch zu weiteren Untersuchungen. Sechs Monate und zahlreiche Labortests später steht nun fest: Der Mann wurde mit einer tödlichen Dosis Zyanid vergiftet. Zyanid ist ein hochgiftiges Salz der Blausäure. Es gelangt über die Atemwege oder eine Injektion in den Körper.

"Äußerst ungewöhnlich"
"Der Fall ist äußerst ungewöhnlich", sagte einer der Gerichtsmediziner. "Das kommt eher in fiktionaler Literatur vor als im echten Leben. Normalerweise sind Zyanid-Vergiftungen in den Vereinigten Staaten ausgesprochen selten." Ein anderer Arzt meinte zur "Chicago Tribune": "Ich hatte in meiner bisherigen Laufbahn einen, vielleicht zwei Zyanid-Fälle - bei etwa 4.500 Autopsien."

Polizei tappt im Dunkeln
Jetzt wird wegen heimtückischen Mordes gegen Unbekannt ermittelt. Die Polizei von Chicago tappt in dem außergewöhnlichen Fall jedoch im Dunkeln. Laut einer Sprecherin biete sich der Lottogewinn Khans zwar als dringendes Tatmotiv an, allerdings gebe es niemanden, der vom Tod des Mannes profitieren würde. Denn die Witwe Khans und die Tochter seien - nach derzeitigem Ermittlungsstand - über jeden Verdacht erhaben.

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