Bisher macht Petrus den Vorarlberger Badbetreibern einen dicken Strich durch die Rechnung. Die heiße Badetage, an denen die Gäste in Scharen in die Freibäder strömten, lassen sich bisher an einer Hand abzählen. Doch ab Donnerstag ist wieder Besserung in Sicht.
Vor allem die Monate Mai und Juli liegen deutlich unter dem Schnitt“, resümiert Herbert Kaufmann, Geschäftsführer von Dornbirn Tourismus und der Stadtmarketing GmbH. Im Juli hätte es einige gute Phasen gegeben. Geht es nach seinem Wunsch, sollten sich diese Ende Juli und im August wiederholen.
Das Waldbad Enz, das in seinem Zuständigkeitsbereich liegt, hat auch bei schlechtem Wetter geöffnet. Von 8.30 bis 11 Uhr haben alle Wasserratten die Möglichkeit, sich auch bei Regen in die Fluten zu stürzen. „Und wir haben einige Stammgäste, die davon Gebrauch machen“, weiß Kaufmann.
Aufgrund der Lage, eingebettet zwischen bewaldeten Anhöhen, gilt die eher kühlere Enz als beliebtes Bad an heißen Sommertagen. Derzeit liegen die Wassertemperaturen gut über 20 Grad. Gerade zu Saisonbeginn war es allerdings etwas frischer. „Das liegt daran, dass es anfangs längere Heizphasen braucht. Zum Heizen nutzen wir das Wasser der Dornbirner Ach. Ist dieses zu hoch, gehen die Schleusen zu, damit der Wärmetauscher nicht durch Sedimente, Kiesel und ähnliches beschädigt wird“, erklärt Kaufmann.
Neues Heizsystem für die kommende Saison
Hochwasser oder beschädigte Wärmetauscher werden aber ab der kommenden Saison der Vergangenheit angehören. Ab dann soll nämlich eine Luftwärmepumpe zum Einsatz kommen. Mit den Arbeiten wollen die Dornbirner mit Saisonende ab 8. September beginnen.
Im Nenzinger Walgaubad gibt es immer warmes Wasser. „Das Besondere an unserem Bad sind die hohen Wassertemperaturen“, erläutert Geschäftsführer Oliver Tschabrun. Von den insgesamt sechs Becken hat das 50-Meter-Becken mit 25 Grad noch die niedrigste Temperatur. Im 25-Meter- und dem Aquafitbecken sind es 29 Grad. Die wohlig warmen Temperaturen sieht Tschabrun auch als Grund, weshalb die Schwimmerinnen und Schwimmer trotz des Regenwetters kommen. „Am Montagvormittag haben wir bis 10 Uhr schon 50 Badegäste gezählt.“
Unterm Strich sieht aber auch die Zwischenbilanz in Nenzing nicht allzu rosig aus. „Diesen Sommer kann man einfach nicht schönreden“, meint Tschabrun. Im Vergleich zum Vorjahr seien bisher 38 Prozent weniger Besucher gekommen. Der Einnahmenrückgang liege bei 20 Prozent und damit auch unter dem Zehn-Jahresschnitt.
„Aber abgerechnet wird erst zum Schluss“, gibt sich der Geschäftsführer optimistisch. Ab Donnerstag soll das Wetter wieder besser werden. Hält dies an, könnten die Kassen in den Freibädern wieder klingeln. Was ein paar schöne Tage ausmachen, weiß Tschabrun aus dem vergangenen Jahr. „Im September 2023 hatten wir 20.000 Badegäste und konnten noch ausgeglichen bilanzieren.
In der Enz will Herbert Kaufmann die Saison nicht verlängern. „Aus Erfahrung wissen wir, dass Interesse und Motivation eher gering sind.“ Aber mindestens so wichtig wie die Zahlen sei ohnehin die Tatsache, dass die Saison weiter unfallfrei über die Bühne gehe!
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