"Niemand wird es herausfinden", "verschleiern" oder "Ausbuchung" - diese Begriffe zählen zu den am meisten gebräuchlichen unter wild gewordenen Angestellten, berichtet die "Financial Times". Wird es für sie aufgrund von Untersuchungen eng, schreiben sie meist, sie wollten mit den Aktivitäten "nichts zu tun haben" oder der andere solle "keine Spur hinterlassen". Wer hingegen in Bestechung verwickelt ist, verwendet oft Wörter wie "spezielle Gebühren" und "freundliche Zahlungen".
Über 3.000 solcher Wörter und Phrasen, die auf kaufmännisches Fehlverhalten hindeuten, hat Ernst & Young identifiziert. "Die Sprache, ein Mix aus Buchhaltungsphrasen, persönlicher Motivation und Verschleierungsversuchen, ist sehr aufschlussreich", erklärt Rashmi Joshi, Leiter des Zweigs für Betrugsuntersuchungen bei Ernst & Young. Bisher spiele die Überwachung des E-Mail-Verkehrs allerdings praktisch keine Rolle bei den Versuchen der Unternehmen, Probleme aufzudecken.
Nachrichten und Stimme enttarnen Fehlverhalten
"Während sich die meisten Organisationen nur auf die Zahlen konzentrieren, wenn Unstimmigkeiten untersucht werden, sehen wir Wege, Wörter - E-Mails, SMS oder Instant-Messaging - zu analysieren, um Fehlverhalten zu identifizieren und zu isolieren", so Joshi. Auch Sprachanalysesoftware könnte helfen, da sie Veränderungen im Tonfall und Sprache erkennen könne - zum Beispiel bei Wertpapierhändlern.
Hilfe bei jahrelangen Ermittlungen
Möglich wäre, dass die neuen Erkenntnisse in Zukunft zur Echtzeit-Überwachung eingesetzt werden. Hilfreich könnten sie aber auch sein, wenn bereits ein Skandal aufgedeckt ist: Die Untersuchung einer Unzahl an Nachrichten zahlloser Verdächtiger könnte mithilfe einer spezialisierten Software wesentlich schneller vonstatten gehen. Das Durchforsten der elektronischen Kommunikation rund um die Problembanken Barclays aus Großbritannien und UBS aus der Schweiz, die anschließend für Kursmanipulationen zu Rekordstrafen verurteilt wurden, etwa hat Jahre gedauert.
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