Wahlwerbung
Mario Monti fühlt sich als “Pionier der Politik”
Der Wirtschaftsprofessor erklärte, er wolle auf parteilose Kandidaten aus der bürgerlichen Gesellschaft setzen und sie mit strengen Kriterien wählen. Außerdem wolle er verstärkt Kandidatinnen in die Wahllisten hieven, um die Rolle der Frauen im öffentlichen Leben stärker zu verwerten. "In nur 13 Monaten haben wir bewiesen, was wir in den nächsten fünf Jahren Legislaturperiode unternehmen können", sagte Monti im Dialog mit italienischen Wählern per Twitter.
Wahlliste präsentiert: "Mit Monti für Italien"
Monti hatte am Freitag die Wahlliste aus Zentrumsparteien vorgestellt, die eine zweite Regierung unter seiner Führung unterstützen wollen. "Mit Monti für Italien", heißt die Wahlliste, die mit dem Reformprogramm Montis um die Gunst der gemäßigten Wählerschaft wirbt.
Er gehe mit einer einzigen Wahlliste im Senat ins Rennen, erklärte der Wirtschaftsprofessor. Drei Wahllisten sollen Monti dagegen in der Abgeordnetenkammer unterstützen. Neben einer Bürgerplattform mit politischen Neulingen gehören auch die beiden Zentrumsparteien UDC - unter Führung des Christdemokraten Pier Ferdinando Casini - und FLI - unter Führung des scheidenden Parlamentspräsidenten Gianfranco Fini - dazu. Die Namen der einzelnen Kandidaten sollen am Dienstag vorgestellt werden.
Berlusconi: "Monti-Fini-Casini: Das ist ein Katastrophen-Trio"
Montis Pläne wurden von seinem Vorgänger Silvio Berlusconi scharf kritisiert. "Monti-Fini-Casini: Das ist ein Katastrophen-Trio", kommentierte Berlusconi nach Angaben italienischer Medien vom Samstag. "Monti hat die schlimmsten Personen als Verbündete gewählt, die ich in meinem Leben getroffen habe: Casini und Fini." Berlusconi war in den vergangenen Jahren mit den beiden Politikern verbündet, sie hatten sich jedoch im Streit von ihm abgewandt.
"Monti ist ein Professor, der es gewohnt ist, ohne Dialektik mit seinen Jüngern und Studenten zu sprechen. Er hat immer ein sicheres Gehalt gehabt, er kennt nicht die Schwierigkeiten von denjenigen, die arbeiten", meinte Berlusconi weiter. Monti werde Italien in einen "Steuerpolizeistaat" umwandeln, warnte der Ex-Premier. "In den Beziehungen zwischen Staat und Steuerzahlern sind wir unter Montis Regierung zu einem Niveau von inakzeptabler Gewalt gelangt", sagte Berlusconi in Anspielung auf Montis Kampagne zur Bekämpfung der Steuerhinterziehung in Italien.
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