Mo, 22. Oktober 2018

"Verlief gut"

08.12.2012 10:22

Griechenland mit Schulden-Rückkauf offenbar erfolgreich

Griechenland hat den für weitere internationale Finanzhilfen wichtigen Schuldenrückkauf offenbar erfolgreich gestalten können. "Der Rückkauf verlief weitgehend gut", sagte ein griechischer Regierungsvertreter, der namentlich nicht genannt werden wollte, am Samstag. Insgesamt seien dem Land Staatsanleihen im angepeilten Nennwert von rund 30 Milliarden Euro angeboten worden.

Das Rückkaufangebot traf offenbar sowohl bei griechischen als auch bei ausländischen Haltern von Staatsanleihen - darunter befinden sich viele Hedgefonds - auf Interesse. "Das, was die Anleger uns angedient haben, bewegt sich in der erwarteten Größenordnung von etwa 30 Milliarden Euro", so der Regierungsvertreter. Die Frist für das Programm war am Freitagabend abgelaufen.

Griechenland will die Bonds zurückkaufen und so seine Schuldenlast um rund 20 Milliarden Euro senken. Bei einem Scheitern des Vorhabens müsste Griechenland um Milliardenhilfen der Euro-Partner und des Internationalen Währungsfonds bangen, die das Land finanziell über Wasser halten.

Großbanken machen bei Rückkauf mit
Die vier griechischen Großbanken National Bank, Alpha, Eurobank und Piraeus Bank hatten bereits am Freitagnachmittag erklärt, sie würden an dem Schuldenrückkauf teilnehmen. Auch kleinere Institute wie die Postbank und die Attica Bank hatten sich angeschlossen. Allerdings ließen die Institute zunächst offen, wie viele ihrer Staatsanleihen sie an den Staat zurückverkaufen wollen. Insgesamt halten die Banken griechische Staatsanleihen im Volumen von rund 17 Milliarden Euro von insgesamt gut 60 Milliarden Euro, die sich noch im privaten Besitz befinden.

Finanzminister Iannis Stournaras hatte die Banker mit der Bemerkung bei der Ehre gepackt, es sei ihre nationale Pflicht, den Rückkauf zu einem Erfolg zu machen. Im Rundfunk kündigte der Minister zudem an, die Verwaltungsräte der Banken per Klausel vor Klagen von unzufriedenen Aktionären zu schützen. Das Land ist bereit, den Inhabern - je nach Laufzeit ihrer Papiere - für jeden Euro ihrer Forderungen zwischen 30 und 40 Cent zu zahlen.

Staatsanleihen verloren rasch an Wert
Wegen der dramatischen Schuldenkrise Griechenlands waren die Staatsanleihen rasant im Wert gefallen. Nehmen die Gläubiger das Angebot an, sind sie die Papiere los. Ob das zu einem Verlust führt, hängt davon ab, wann ein Investor zu welchem Preis in die Hellas-Bonds eingestiegen ist.

Griechenland muss das komplette Rückkaufprogramm bis zum 13. Dezember abschließen. Dann wird die Euro-Gruppe bei einem Sondertreffen unmittelbar vor Beginn des EU-Gipfels voraussichtlich Hilfen an Athen von insgesamt rund 44 Milliarden Euro endgültig freigeben. Besonders der IWF hatte im Vorfeld immer wieder betont, dass ein abgeschlossener erfolgreicher Schuldenrückkauf Athens Voraussetzung zur Auszahlung weiterer Kreditraten sei.

Schäuble verteidigt Griechen-Hilfe
Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble verteidigte unterdessen die Griechenland-Hilfen noch einmal, auch wenn sie erstmals das deutsche Bundesbudget belasten werden. "Wie viel das insgesamt kostet, kann ich noch nicht abschließend sagen", sagte der CDU-Politiker.

Der Verzicht auf Zinseinnahmen belaufe sich für Deutschland auf rund 130 Milliionen Euro im Jahr. Die Ausschüttung von Geldern, die den EZB-Gewinnen aus dem Anleihenankaufprogramm von zehn Milliarden Euro bis 2035 entsprächen, bedeuteten insgesamt 2,7 Milliarden Euro weniger für Deutschland.

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