Das Spiel Portugal gegen die Türkei hat unsere Drittklässler gespalten. Syrische Schüler unterstützten Portugal. Ihre Begeisterung für das Land hat zwei Namen: Cristiano Ronaldo und sein saudischer Club Al-Nassr. Auch türkischstämmige Schüler lieben den portugiesischen Star,doch die Türkei eben weitaus mehr. Die Stimmung drohte zu kippen, also musste ich beide Lager beruhigen. Es klappte. Völlig sachlich haben wir die Qualitäten beider Mannschaften und einzelner Spieler analysiert, bis Hakan mir eine Frage stellte: „Susi, zu wem hilfst du eigentlich bei der EM?” In dieser Runde war ich tatsächlich der einzige Österreich-Fan. Schnell wurde es wieder so richtig hitzig: Ja dürfte man als Türke überhaupt Österreich unterstützen?
Dem Argument: „Man darf, vor allem, wenn man hier lebt und österreichischer Staatsbürger ist“ konnten immerhin ein paar Schüler etwas abgewinnen. Die meisten waren allerdings verwirrt.Manche sogar verärgert. Nur Aras, ein kurdischer Bub, raunte mir zu, dass er sowieso zu Österreich helfen würde.
Nun spielt die Türke also am kommenden Dienstag gegen Österreich. In Wien sind dann bereits Ferien. Spannend wird, wie türkische Fans in Wien im Falle eines Sieges, wie auch einer Niederlage, reagieren werden.
Wie auch immer es ausgehen wird: Das Thema, wer welche Mannschaften unterstützen darf, werde ich im Herbst wieder aufgreifen. Genau so geht nämlich Integrationsarbeit.
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