Neue Daten schockieren
132 Tote: Flugzeugabsturz war wohl kein Unfall
Mehr als drei Jahre nach dem verheerenden Absturz eines Passagierflugzeugs in Südchina kommen neue, brisante Details ans Licht: Technische Daten deuten darauf hin, dass die Treibstoffzufuhr der Maschine kurz vor dem Unglück gezielt unterbrochen worden sein könnte – doch die endgültige Ursache bleibt weiterhin ungeklärt.
Neu veröffentlichte Unterlagen der US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB nähren den Verdacht, dass der Absturz der Maschine der Fluggesellschaft China Eastern im März 2022 absichtlich ausgelöst worden sein könnte. Laut einem technischen Bericht wurden die Treibstoffschalter beider Triebwerke der Boeing 737-800 in rund 29.000 Fuß (ca. 9 km) Höhe von „Run“ auf „Cut off“ gestellt. In der Folge sanken die Drehzahlen der Triebwerke.
Keine endgültige Ursache festgestellt
Das Dokument trifft jedoch keine abschließende Aussage zur Absturzursache. Die Veröffentlichung erfolgte auf Grundlage des US-Informationsfreiheitsgesetzes. Die eigentliche Untersuchung liegt bei der chinesischen Luftfahrtbehörde CAAC, die bislang keinen Abschlussbericht vorgelegt hat.
Bereits kurz nach dem Unglück hatten erste Hinweise auf mögliche Unregelmäßigkeiten hingedeutet. Der US-Sender CNN wertete die nun bekannten Daten dahingehend aus, dass jemand im Cockpit die Treibstoffzufuhr absichtlich abgeschaltet haben könnte. „Diese Daten zeigen eindeutig, dass die Treibstoffschalter unmittelbar vor dem Absturz manuell auf Aus gestellt wurden“, sagte CNN-Luftfahrtanalyst David Soucie.
Experten mahnen zur Vorsicht
Andere Experten warnen jedoch vor voreiligen Schlüssen. Der Luftfahrtexperte Tony Stanton von der australischen Beratung Strategic Air betonte, dass das veröffentlichte Material für sich genommen weder Motiv noch Absicht oder Verantwortliche belege. Allerdings sei die Abfolge der Ereignisse nur schwer mit einem gewöhnlichen mechanischen Ausfall beider Triebwerke zu erklären und passe eher zu einer durch Menschen ausgelösten Unterbrechung der Treibstoffzufuhr.
Schon im Mai 2022 hatte das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf mit den Ermittlungen vertraute Personen berichtet, dass Daten auf eine absichtlich ausgelöste Absturzsequenz hindeuteten.
132 Menschen kamen ums Leben
Die Maschine mit der Flugnummer MU5735 war am 21. März 2022 auf dem Weg von Kunming nach Guangzhou, als sie bei Wuzhou in bergigem Gelände abstürzte. An Bord befanden sich 123 Passagiere und neun Besatzungsmitglieder – niemand überlebte. Zuvor war der Kontakt zur Flugsicherung abgebrochen.
Die chinesische Luftfahrtbehörde hatte Spekulationen über einen absichtlich herbeigeführten Absturz in der Vergangenheit zurückgewiesen. Ein offizieller Abschlussbericht steht jedoch weiterhin aus.
Erinnerungen an frühere Katastrophen
Der Fall weckt Erinnerungen an den Absturz eines Germanwings-Flugzeugs im Jahr 2015, bei dem ein Co-Pilot die Maschine absichtlich in den französischen Alpen zum Absturz brachte. Im Fall von China Eastern gibt es jedoch bislang keine bestätigte Schlussfolgerung in diese Richtung.









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