Eigentlich war das 41. Donauinselfest eine rundum friedliche Angelegenheit, doch nun sorgt die Aktion einer deutschen Punkrockband noch im Nachhinein für Diskussionen. Denn weil die Band Itchy eine Klimaaktivistin auf die Bühne ließ, warf man sie aus dem Backstage-Bereich. Bei den Musikern herrscht Unverständnis, die Veranstalter sprechen von „Vertrauensbruch“.
Itchy hatten am Samstagabend auf der 88.6-Bühne aufgespielt und während ihres Sets einer Klimaaktivistin der Letzten Generation kurzzeitig das Mikrofon überlassen. Laut Frontman Sibbi habe man sich dazu aufgrund der jüngsten Unwetter entschieden, die auch Deutschland massiv getroffen hatten.
„Wir wurden quasi rausgeschmissen“
„Wir haben dann Bianca von der Letzten Generation auf die Bühne gebeten, es war eine total friedliche Aktion und es gab auch Applaus vom Publikum“, so der Leadsänger. Dennoch sei nach knapp einer Minute das Mikro vom Veranstalter abgedreht. Anschließend sei die Band des Festivalgeländes verwiesen worden: „Wir mussten unsere Backstage-Pässe abgeben und wurden quasi rausgeschmissen.“
Die Aktion machte schnell auf Social Media die Runde, eine Wortspende kam dazu auch von der AfD, deren kulturpolitischer Fraktionssprecher Rainer Balzer meinte, sich äußern zu müssen. Er sprach von „Übergriffigkeit“ in der Kulturszene und beglückwünschte die Veranstalter.
Veranstalter nahmen Stellung zu Vorfall
Die Vereinnahmung durch Rechtsextremismus wollte man vonseiten der Donauinselfest-Veranstalter dann aber doch nicht unkommentiert lassen. In einem Statement aus Wien hieß es dazu: „Das Donauinselfest ist ein Fest für alle, ein Ort der Vielfalt und des Friedens, des Zusammenhalts und des respektvollen Miteinanders. Das Donauinselfest und seine Veranstalter*innen distanzieren sich daher ganz klar von jeglichem rechten Gedankengut. Eine Instrumentalisierung durch rechtsextreme Organisationen lehnen wir auf das Schärfste ab.“
Allerdings habe Itchy durch die Aktion einen „Vertrauensbruch“ begangen: „Es war mit allen Künstler*innen im Vorfeld vereinbart, aus Sicherheitsgründen keine Aktivist*innen der Letzten Generation auf die Bühne zu lassen.“ Dem entgegnet die Band allerdings via Instagram, dass man „weder schriftlich, noch mündlich eine Vorgabe oder Absprache“ diesbezüglich getroffen habe.
Frontman Sibbi dazu: „Wenn du nicht möchtest, dass eine Band auf deiner Bühne politische Inhalte vorträgt, dann solltest du vielleicht auch keine politische Punkrockband auf deine Bühne buchen.“
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