Unseriös!

AKNÖ warnt vor neuem Pyramidensystem

Wirtschaft
23.08.2005 10:24
Pyramidenspiele sind in Österreich verboten. Trotzdem vesuchen immer wieder, unseriöse Anbieter, Konsumenten in die Falle zu locken.

Innerhalb von 30 Tagen aus 10 Euro 40.030 Euro machen: Unseriöse Anbieter versprechen das große Geld über Pyramidenspiele per E-Mail. Die Konsumentenschützer der AKNÖ warnen: "Abgesehen davon, dass es zweifelhaft ist, ob dieser Betrag tatsächlich überwiesen wird, können sich Teilnehmer massive Probleme einhandeln, da Pyramidenspiele in Österreich verboten sind." Die Staatsanwaltschaft Wien wurde informiert.

Und so sieht der "Marketingplan" aus, dessen Befolgen innerhalb kurzer Zeit zum Geldsegen verhelfen soll: Man schickt via PayPal (beliebte Überweisungsart im Internet via E-Mail) an die erste von fünf  E-Mail-Adressen 10 Euro. Sodann löscht man sie und setzt die eigene an die 5. Stelle. Das Ganze sendet man an 40 Freunde und Bekannte. Sind auch nur fünf von diesen bereit, sich an dem System zu beteiligen, kann man mit 40.030 Euro rechnen.

"Wirklich neu ist das System nicht", meint Eva Schreiber, Konsumentenschützerin der NÖ Arbeiterkammer. Bis vor wenigen Jahren sind gleichzeitig oft hunderte Pyramidensysteme in Umlauf gewesen. Mit dem gesetzlichen Verbot von Ketten- und Pyramidenspielen 1997 ist der Strom etwas versiegt. Nun wird offenbar versucht, durch gefinkelte Konstruktionen zu verschleiern, dass es sich um ein illegales System handelt. "Durch das Vorschieben des E-Books wird unserer Meinung nach vorgegaukelt, es handle sich nicht um ein strafbares Gewinnerwartungssystem", so Schreiber.

Hohe Strafen drohen
Bestätigt sich diese Vermutung, kann die Teilnahme an dem System schwerwiegende Folgen haben. Immerhin muss man mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten, in schweren Fällen bis zu drei Jahren, rechnen. "Lassen Sie sich durch den relativ niedrigen Einsatz nicht verleiten, mitzuspielen", warnt Schreiber. Schließlich laufe man nicht nur selbst Gefahr, eine strafbare Handlung zu begehen, man stifte auch Freunde und Bekannte an, sich an dem System zu beteiligen. Die AKNÖ hat die Staatsanwaltschaft informiert.

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