Wegen des sich verschärfenden Fachkräftemangels macht sich Wirtschaftsbund-Generalsekretär Kurt Egger jetzt für einen freien Arbeitsmarktzugang von Einwohnern von EU-Beitrittsländern aus dem Balkan stark. Am Donnerstag bringt er einen entsprechenden Antrag beim Wirtschaftsparlament ein.
Laut Wirtschaftsbund übersteigt die Nachfrage nach Mitarbeitern bereits regelmäßig das Angebot, weshalb die gesetzlichen Rahmenbedingungen weiter zu optimieren seien. Zwar gäbe es mit der Rot-Weiß-Rot-Karte ein gutes Instrument für die gezielte Rekrutierung von Fachkräften, doch sei der internationale Wettbewerb um die besten Köpfe bereits voll entbrannt. Österreich müsse daher als Arbeitsmigrationsziel attraktiv sein, so der Wirtschaftsbund.
Daher sollte Österreich den freien Arbeitsmarktzugang für Personen aus EU-Beitrittsländern aus der Balkan-Region ermöglichen. Dadurch würde die Zuwanderung aus diesen Ländern unbürokratisch und unabhängig von Kontingenten ermöglicht. Der österreichische Arbeitsmarkt würde dadurch für Arbeitskräfte attraktiver und Betriebe bekämen einfach und schnell dringend benötigtes Personal.
Wirtschaftsbund-Generalsekretär Kurt Egger: „Der freie Arbeitsmarktzugang für EU-Beitrittsländer aus dem Balkan ist ein entscheidender Schritt, um den akuten Arbeitskräftemangel in Österreich zu beheben. Besonders der Tourismussektor, der stark unter dem Mangel an qualifizierten Arbeitskräften leidet, soll von diesem Schritt profitieren. Durch die gezielte Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte schaffen wir nicht nur mehr wirtschaftliche Stabilität, sondern auch attraktive Arbeitsmöglichkeiten, die unsere Betriebe dringend benötigen.“
Drei der Top-Fünf-Zuwanderungsländer liegen am Balkan
Die EU beschloss kürzlich auch, Länder des Westbalkans bei ihrer Annäherung an die Union finanziell stärker zu unterstützen. Außerdem liegen drei der Top-Fünf-Zuwanderungsländer in Österreich laut Wirtschaftsbund bereits jetzt in der Balkan-Region. Bosnier etwa nutzen die Rot-Weiß-Rot-Karte am häufigsten.
Deutschland stockt das Westbalkan-Kontingent auf 50.000 Personen auf
In Deutschland, wo Fachkräfte ebenfalls dringend benötigt werden, gibt es bereits das sogenannte Westbalkan-Kontingent, das den Zuzug von Arbeitskräften bei einem Jobangebot ermöglicht. Die Westbalkan-Regelung eröffnet Staatsangehörigen aus Albanien, Bosnien und Herzegowina, dem Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien einen Arbeitsmarktzugang. Diese Regelung wird laut Wirtschaftsbund von Arbeitgebern in Deutschland intensiv genutzt, weshalb die ursprüngliche Befristung des Westbalkan-Kontingents mit Juni 2024 aufgehoben und das Kontingent sogar von 25.000 auf 50.000 Personen jährlich erhöht wird.
Der Wirtschaftsbund fordert allerdings für Österreich kein Kontingent, sondern einen Zugang zum heimischen Arbeitsmarkt im Zuge eines vereinfachten Rot-Weiß-Rot-Karten-Verfahrens. Am Donnerstag fordert er die Wirtschaftskammer im Wirtschaftsparlament auf, sich bei den zuständigen politischen Stellen dafür einzusetzen, die qualifizierte Zuwanderung aus Drittländern, insbesondere vom Balkan, zu vereinfachen.
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