"Piano-Man"

Seine Familie suchte ihn in Frankreich

Viral
25.08.2005 11:15
Neue Details zum "Piano-Man" alias Andreas G.: Seine Familie suchte den 20-jährigen Bayer in Frankreich. Man wollte ihn über seinen Vermieter und Freunde erreichen. Das berichtet der "Spiegel". Auch sei der junge Mann nach Auskunft seines Anwalts kein Betrüger, sondern psychisch krank.

Der Vorwurf der Hochstapelei "ist definitiv eine Ente", sagte Anwalt Christian Baumann. Der 20-Jährige Oberpfälzer, der sich vier Monate lang vor britischen Ärzten und der Weltöffentlichkeit als sprachloser Klavierspieler präsentiert hatte, sei erst im Laufe der Behandlung genesen. 

Familie äußert sich zu Betrugsvorwürfen
Die Familie bestreitet öffentlich die Vorwürfe des Betrugs. "Mein Sohn ist kein Betrüger", sagte der Vater Josef Grassl (46) aus Prosdorf im Kreis Cham der britischen Zeitung "The Daily Telegraph". Andreas sei psychisch krank und werde ärztlich behandelt. Man habe mehrere Male versucht den verlorenen Sohn zu finden. Die Berichte über den Piano-Man habe man nicht verfolgt. Außerdem hätte man anhand der Bilder Andreas G. auf keinen Fall identifzieren können.

Die deutsche Botschaft in London informierte schließlich die Eltern, die ihren Sohn im Mai als vermisst gemeldet hatten. Vom Piano-Mann hatten sie aber nie gehört. "Wir arbeiten seit 25 Jahren auf unserem Bauernhof und haben keine Zeit, Urlaub zu machen, Fernsehnachrichten zu schauen oder Zeitung zu lesen", sagte Vater Grassl dem "Daily Telegraph".

Die 
Geschichte des "Piano-Man"
G. war Anfang April tropfnass und bekleidet mit einem schwarzen Anzug, aus dem alle Etiketten herausgetrennt waren, am Strand von Sheerness in der südostenglischen Grafschaft Kent aufgetaucht. Da er verwirrt wirkte und nicht sprach, wurde er in in die psychiatrische Abteilung des Krankenhauses in Dartford gebracht. Als die Mitarbeiter dem scheinbar stummen und unter Gedächtnisverlust leidenden Patienten Papier und Bleistift in die Hand gaben, zeichnete er einen Flügel. Als sie ihn zu einem Klavier führten, begann er zu spielen und hörte zwei Stunden lang nicht mehr auf. Der große Blonde erhielt daraufhin den Spitznamen "Piano Man".

Piano oder nicht Piano?
Die Anwälte wiesen Medienberichte zurück, wonach Andreas G. gar nicht Klavier spielen könne und immer nur eine Taste gedrückt habe. "Er hat nicht gesprochen, aber sehr wohl Klavier gespielt", sagte Baumann. Sein Mandant könne dies "für den Hausgebrauch", er habe auf einem Keyboard spielen gelernt. 

Berichten zufolge zeichnete der 20-Jährige das Klavier lediglich, weil dies der erste Gegenstand war, der ihm in den Sinn kam. Es stimme auch nicht, dass das englische Krankenhaus, in dem Andreas behandelt worden sei, Schadensersatz verlange: "Das ist einfach nicht wahr. Wir haben mit dem Krankenhaus gesprochen, und die erheben keine solche Forderung."

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Viral
25.08.2005 11:15
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung