Austrian World Summit

Arnie: „Bereit, Menschen in den A*sch zu treten!“

Politik
20.06.2024 12:16

Am Donnerstag ist in der Wiener Hofburg der 8. Austrian World Summit „Be Useful: Tools for a Healthy Planet“ gestartet. Eingeläutet wurde die internationale Veranstaltung von Bundespräsident Alexander Van der Bellen, „Gastgeber“ Arnold Schwarzenegger, EU-Kommissar Maroš Šefčovič und Organisatorin Monika Langthaler.

Alexander Van der Bellen durfte als erster Sprecher vors Publikum treten. Zuvor hatte Organisatorin Monika Langthaler wissen lassen, dass man Hunderte Zuseheranfragen aus Platzgründen ablehnen hätte müssen – das Haus sei ausverkauft.

An die eingelassenen Zuschauer wandte sich das Staatsoberhaupt mit den Worten „Willkommen in den bescheidenen Räumlichkeiten der Hofburg. Willkommen in Wien!“

„Klimakrise trifft uns härter und öfter“
Danach sprach Van der Bellen über die in diesem Sommer in Österreich bereits erlebten Sturzfluten und Unwetter. Dahinter steckten nicht nur materielle Schäden, „das sind Schicksale, das geht uns alle an. Menschen, die ihr Hab und Gut verloren haben. Die Auswirkungen der Klimakrise treffen immer mehr Menschen, immer härter, immer öfter“, so der 80-Jährige eindringlich.

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Wir sägen an dem Ast, auf dem wir sitzen. Es wird ein tiefer und schmerzhafter Fall, wenn es so weit ist, wenn sich nichts verändert. Veränderung ist das Stichwort.

Alexander Van der Bellen

„Veränderung liegt in unserer Natur“
„Wir sägen an dem Ast, auf dem wir sitzen“, spricht er weiter. „Es wird ein tiefer und schmerzhafter Fall, wenn es so weit ist, wenn sich nichts verändert. Veränderung ist das Stichwort.“ Das mache vielen naturgemäß Angst. Doch Veränderung sei möglich, sie liege in unserer Natur, sonst hätte sich der Mensch nie zu dem selbstreflektierten Wesen entwickelt, das er heute sei.

Gewinn durch Veränderung
„Wir müssen uns vor den Folgen des Klimas schützen – die Menschen vor dem Klima schützen.“ Viel könne dadurch gewonnen werden. Etwa „saubere Bergluft. Eine Welt, in der Menschen mit den Ressourcen gut auskommen, Sommer ohne ständige Hitzewellen, Überflutungen und Wasserknappheit, ohne Dürren. Wir gewinnen eine gute Zukunft. Es wird anders und besser, dafür aber müssen wir uns aktiv entscheiden“, so Van der Bellen.

Arnold Schwarzenegger (3.v.l.), Partnerin Heather Milligan (2.v.l.), Alexander Van der Bellen (3.v.r.), John Podesta (2.v.r.) und Executive Vice-President of the European Commission for the European Green Deal, Maros Sefcovic (l.) (Bild: AFP)
Arnold Schwarzenegger (3.v.l.), Partnerin Heather Milligan (2.v.l.), Alexander Van der Bellen (3.v.r.), John Podesta (2.v.r.) und Executive Vice-President of the European Commission for the European Green Deal, Maros Sefcovic (l.)
Arnold Schwarzenegger (Bild: AFP)
Arnold Schwarzenegger
Moderator Matt Iseman, SCI-Direktorin Monika Langthaler und Moderatorin Nadja Bernhard (Bild: APA/TOBIAS STEINMAURER)
Moderator Matt Iseman, SCI-Direktorin Monika Langthaler und Moderatorin Nadja Bernhard
John Podesta, Bidens Senior Advisor in Sachen Klimaschutz (Bild: AFP)
John Podesta, Bidens Senior Advisor in Sachen Klimaschutz
Alexander Van der Bellen (Bild: APA/TOBIAS STEINMAURER)
Alexander Van der Bellen

Die Politik müsse „große Umwälzungen vorantreiben und ein faires Umfeld“ schaffen, sodass es allen Menschen leichter falle, Klimaschutzmaßnahmen zu treffen. „In anderen Worten: Dafür zu sorgen, dass niemand an unserem Ast sägt.“

„Der nächste bewohnbare Planet ist Lichtjahre entfernt. Ich hab nachgeschaut. Wenn sie keinen Warp-Antrieb, so heißt das anscheinend, in der Garage stehen haben, nützt das alles nichts. Wir haben nur dieses eine Zuhause. Wir müssen ,useful‘ sein, um es zu retten. Auch, wenn es bedeutet, das eine oder andere verändern zu müssen. Es wird anders – und es wird besser!“

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Der nächste bewohnbare Planet ist Lichtjahre entfernt. Ich hab nachgeschaut. Wenn sie keinen Warp-Antrieb in der Garage stehen haben, nützt das alles nichts. Wir haben nur dieses eine Zuhause.

Alexander Van der Bellen

Ex-Gouverneur im steirischen Trachtenjanker
Danach betrat Gastgeber Arnold Schwarzenegger die Bühne, der seinen Gästen und den Organisatoren des Events dankte. Im steirischen Trachtenjanker beschwor der Ex-Gouverneur mehrmals, wie wichtig es sei, nicht nur zu reden, sondern Taten sprechen zu lassen. Die Verschmutzung nehme zu, Menschen würden nach wie vor an Verschmutzung sterben, sieben Millionen pro Jahr. Es sei an der Zeit, etwas zu ändern. Summits wie dieser wären dafür von fundamentaler Wichtigkeit.

Mehrmals rief Arnold Schwarzenegger die Zuhörerschaft mit Nachdruck auf: „Do it!“ (Bild: AUSTRIAN WORLD SUMMIT 2024)
Mehrmals rief Arnold Schwarzenegger die Zuhörerschaft mit Nachdruck auf: „Do it!“

Immer wieder kommt Schwarzenegger auf seine „fitness crusade“ zurück, denn im Sport könne man nur zur Weltspitze gehören, wenn man „alles gibt“, wenn man eine Vision habe. So sei es auch beim Klimaschutz.

„Brauchen Welt, die die Zukunft wählt, statt Vergangenheit“
„Reden allein wird uns nicht helfen“, sagt er auf Englisch, „aber Taten werden es“. Man stünde einer harten Wahrheit gegenüber, die jeder hören müsse. Dafür sei er auch bereit, Menschen in den A*sch zu treten („kick ass“).

„Wir alle teilen eine Vision“
„Ich kann eine Welt sehen, mit sauberem, blauem Himmel. Eine Welt – egal, wo du lebst – in der überall Wasser trinken kannst, ganz ohne Angst, wie ich es hier in Österreich konnte. Eine Welt, die die Zukunft wählt, statt Vergangenheit. Eine Welt, die saubere Energien nutzt. Eine Welt, die keinen Krieg mehr um Öl kämpft, wo Länder in Harmonie leben und alle Menschen Zugang zu Wasser etc. haben. Das ist meine Vision. Ich weiß, wir alle teilen diese Vision“, so Schwarzenegger.

Wir stehen einer „existenziellen Krise“ gegenüber, so der 76-Jährige. „Also warum verhalten wir uns nicht so?“ Eine Vision werde „Wirklichkeit, wenn die Arbeit anfängt. Koste es an Einsatz, was es wolle, sei es auch unangenehm und beschwerlich“. Wiederum der Vergleich zum Kraftsport: Auch hier wäre Unbehagen („being uncomfortable“) das erste sichere Anzeichen dafür, dass Fortschritte erzielt würden, sich Einsatz und Mühe lohnten.

Tosender Applaus für Gewessler
In einer ersten Gesprächsrunde war unter anderem auch die von Kanzler Karl Nehammer stark kritisierte Klimaministerin Leonore Gewessler zu Gast, die zugab, eine „außergewöhnliche Woche“ hinter sich zu haben. Sie erhielt vom Publikum tosenden Applaus noch vor ihren ersten Worten.

Bundeskanzler Karl Nehammer (l.) und Arnold Schwarzenegger (Bild: Andy Wenzel)
Bundeskanzler Karl Nehammer (l.) und Arnold Schwarzenegger
(Bild: Andy Wenzel)

Treffen mit Karl Nehammer „Zeichen der Freundschaft“
Abseits des Trubels rund um den Austrian World Summit war Schwarzenegger in der Wiener Innenstadt umtriebig. Auch im Bundeskanzleramt schaute der Ex-Schauspieler und Fitnessikone vorbei.

Neben „den bilateralen Beziehungen zwischen den USA und Österreich“ habe es dort einen „kräftigen Handshake als Zeichen der Freundschaft“ mit Karl Nehammer gegeben. Es sei „beeindruckend“, was Schwarzenegger auf die Beine gestellt habe.

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