Immer wieder gibt es in Tirol schwere Fälle von konsumierenden Kindern und Jugendlichen – manchmal leider auch mit tödlichem Ausgang. Am Mittwoch fand in Innsbruck die 11. Tiroler Suchttagung statt. Unter dem Motto „Jugend unter Druck“ diskutierten Vertreter aus unterschiedlichen Bereichen über Aufgaben und Herausforderungen für das Hilfesystem.
Kinder und Jugendliche, die zu Suchtgift greifen – leider keine Seltenheit. Die Konsumenten werden immer jünger. Die Politik ist gefordert. Nicht zuletzt deshalb, weil es in Tirol immer wieder auch Drogentote zu beklagen gibt.
Im Rahmen der 11. Tiroler Suchttagung tauschten sich am Mittwoch im Haus der Begegnung in Innsbruck Vertreter aus dem Gesundheits-, Sozial- sowie Kinder- und Jugendhilfebereich aus. Diskutiert wurde über klinische Daten, aktuelle Entwicklungen und Erfahrungen in der Arbeit mit konsumierenden Kindern und Jugendlichen. Anwesend waren auch politische Vertreter.
„Brauchen fachübergreifende Kooperation“
„Solche Veranstaltungen sind entscheidend: Sie fördern nicht nur den Informations- und Wissensaustausch, sondern auch den Dialog und die Zusammenarbeit. Gerade beim Thema Substanzkonsum und Jugendliche brauchen wir eine fachübergreifende Kooperation“, betonte etwa Soziallandesrätin Eva Pawlata (SPÖ).
Je früher Unterstützungen für Kinder, Jugendliche und Familien greifen, desto eher kann ein problematischer Substanzkonsum, der in den meisten Fällen mit Traumata zusammenhängt, vermieden werden.
Soziallandesrätin Eva Pawlata (SPÖ).
Der Ausbau von Betreuungsangeboten und die Prävention seien entscheidend. „Je früher Unterstützungen für Kinder, Jugendliche und Familien greifen, desto eher kann ein problematischer Substanzkonsum, der in den meisten Fällen mit Traumata zusammenhängt, vermieden werden“, so Pawlata weiter.
„Schneller Zugang zu Hilfe und Beratung“
In dieselbe Kerbe schlug Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele (ÖVP): „Der Substanzkonsum unter Kindern und Jugendlichen hat ernsthafte Konsequenzen für ihre Gesundheit, aber auch für ihre Bildung, sozialen Beziehungen und Zukunftsperspektiven.“ Man müsse sicherstellen, „dass Betroffene einen schnellen und unkomplizierten Zugang zu Hilfe und Beratung erhalten.“ Dies würde eine gemeinsame Anstrengung von dem Gesundheits-, Sozial- sowie Kinder- und Jugendhilfebereich erfordern.
Eine Einrichtung, die sich gezielt an Jugendliche mit problematischem Substanzkonsum richtet, ist in Tirol etwa die Wohnform „Intensiv Bewo plus“ des SOS-Kinderdorfs. Diese sei zuletzt auf sechs Plätze ausgebaut worden, zu denen noch in diesem Jahr zwei weitere dazukommen sollen.
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