Ein Jugendlicher mit Drogenproblemen soll in der Kinder- und Jugendpsychiatrie Hall keinen Platz erhalten haben. „Das ist schlichtweg falsch“, betont Kathrin Sevecke, Direktorin der Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie in Hall und Innsbruck. Die Freiheitlichen kritisieren hingegen die Missstände.
Wie die „Tiroler Krone“ in den vergangenen Tagen berichtet hat, soll der Jugendliche versucht haben, von der Sucht loszukommen – zum Beispiel mittels eines Entzuges. Informanten betonten gegenüber der „Krone“, dass es für den jungen Tiroler keinen Platz an der Kinder- und Jugendpsychiatrie gegeben haben soll.
Grundsätzlich wird allen Jugendlichen, die von ihrer Sucht loskommen wollen, bei uns ein therapeutisches Angebot gemacht – und das nicht nur einmal, sondern immer wieder. Das bringt die Erkrankung mit sich.
Kathrin Sevecke, Direktorin der Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie in Hall und Innsbruck
Ein Aspekt, den Kathrin Sevecke, Direktorin der Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie in Hall und Innsbruck, keinesfalls bestätigen kann. „Grundsätzlich wird allen Jugendlichen, die von ihrer Sucht loskommen wollen, bei uns ein therapeutisches Angebot gemacht – und das nicht nur einmal, sondern immer wieder. Das bringt die Erkrankung mit sich“, betont sie.
Die Hilfestellung könne ein Angebot in der Ambulanz, im Krisenbereich, im geschützten Bereich „auf Verlangen“ des Jugendlichen, auf der Therapiestation, in der Tagesklinik oder im „Home Treatment“ sein.
Ein sofortiger Platz ist immer im Krisen- und Akutbereich vorhanden – so die Patientinnen und Patienten möchten. Das ist aber nicht immer der Fall.
Kathrin Sevecke, Direktorin der Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie in Hall und Innsbruck
Begrenzte Kapazitäten führen zu Wartezeiten
„Es gibt also immer einen Platz bei uns. Für einen Platz im ,Home Treatment’ oder auf der Therapiestation müssen Vorgespräche geführt und Rahmenbedingungen eingehalten werden sowie eine gewisse Motivation vorhanden sein“, erläutert Sevecke im Gespräch mit der „Tiroler Krone“.
Aufgrund der begrenzten Kapazitäten gäbe es allerdings Wartezeiten für einen Platz im „Home Treatment“ – hier stehen insgesamt fünf Plätze zur Verfügung – und auf der Therapiestation – hier ist von insgesamt sechs Plätzen die Rede. „Ein sofortiger Platz ist immer im Krisen- und Akutbereich vorhanden – so die Patientinnen und Patienten möchten. Das ist aber nicht immer der Fall“, betont die Direktorin der Kinder- und Jugendpsychiatrie.
Für Akutfälle muss sofort ein Bett frei sein – und nicht erst in sechs Monaten. Das tragische Ende ist dann nämlich nicht der Entzug, sondern die Pathologie.
Markus Abwerzger, Landesparteichef der Freiheitlichen
„Keiner unternimmt etwas dagegen“
Besorgt über den Stand der psychiatrischen Betreuung von suchterkrankten Jugendlichen in Tirol zeigt sich einmal mehr Markus Abwerzger, Landesparteichef der Freiheitlichen. „Seit Jahren warnen wir vor den Missständen in diesem Bereich. Die Bemühungen etwa von LR Eva Pawlata (SPÖ) sind zu wenig. Das Problem mit den zu wenig Betten ist ein altbekanntes Problem, doch keiner unternimmt etwas dagegen“, betont Abwerzger.
Er führt weiter fort: „Auch die schwarze Gesundheits-Landesrätin Cornelia Hagele muss in dieser Causa in die Pflicht genommen werden. Es muss stets sofort ein Bett frei sein – und nicht erst in sechs Monaten. Das tragische Ende ist dann nämlich nicht der Entzug, sondern die Pathologie.“
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