Flammeninferno
D: 14 Tote bei Brand in Werkstatt für Behinderte
Das Feuer war am Montag um kurz vor 14 Uhr in einer Werkstatt für Geistig- und Mehrfachbehinderte ausgebrochen. Für über 100 Behinderte und Betreuer war die von der Caritas getragene Einrichtung in Titisee-Neustadt zur Falle geworden. 14 von ihnen konnten nur noch tot geborgen werden. Laut Angaben der Polizei handle es sich dabei um zehn Frauen und drei Männer mit Handicaps sowie eine 50-jährige Betreuerin.
Ursache der Katastrophe nach wie vor unklar
Die Ursache des Unglücks war auch 24 Stunden später noch unklar, möglicherweise waren in einem Lagerraum Chemikalien, die zur Holzverarbeitung benötigt werden, explodiert. Bereits in der Nacht hatte eine nach dem Brand gebildete Ermittlungsgruppe der Polizei ihre Arbeit aufgenommen. Im Einsatz waren Brandsachverständige und Spezialermittler. Hinweise auf fehlende Sicherheitseinrichtungen oder Mängel beim Brandschutz habe es keine gegeben, hieß es.
In etwa rekonstruieren konnten die Behörden mittlerweile jedoch, was nach Ausbruch des Brandes geschehen war: Demnach hatte sich in dem dreistöckigen Gebäude innerhalb kürzester Zeit lebensgefährlicher Rauch ausgebreitet, der den Menschen den Atem nahm. Fluchtwege waren abgeschnitten, schließlich brach Panik aus. Viele Behinderte, die nur eingeschränkt laufen können oder im Rollstuhl sitzen, waren orientierungslos, standen am Fenster und riefen um Hilfe.
Über 300 Helfer bei dramatischer Rettungsaktion
Alarmiert war die Feuerwehr durch eine Brandmeldeanlage in dem Gebäude worden. Kurz danach hatten zahlreiche Nachbarn über Notruf angerufen und von dichtem Rauch berichtet. Über 300 Feuerwehrleute, Sanitäter und Polizisten standen im Einsatz, Rettungshubschrauber flogen zur Unterstützung ein.
In einer dramatischen Rettungsaktion bargen Feuerwehrleute mit schwerem Atemgerät zahlreiche Menschen aus dem brennenden und völlig verrauchten Gebäude. Als die Löschzüge eintrafen, fanden sie viele völlig panische Menschen vor. "Wir haben es mit Menschen zu tun, die naturgemäß nicht rational reagieren", sagte Kreisbrandmeister Alexander Widmaier.
Die Behindertenwerkstatt wird längere Zeit geschlossen bleiben. Die Schäden seien immens, sagte ein Sprecher der Caritas. Zwei Stockwerke des Gebäudes seien durch Feuer und Rauch nahezu komplett zerstört. Die Einrichtung solle hergerichtet und wieder eröffnet werden.
Gauck, Barroso und Papst zeigen Anteilnahme
"Ich denke an die armen Menschen, die Opfer zu beklagen haben", gedachte der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck der Opfer der Brandkatastrophe. Auch EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso drückte sein Beileid aus. Papst Benedikt XVI. versicherte den Hinterbliebenen in einem Brief an den Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch seine tief empfundene Anteilnahme.
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