Bei Protesten
Brutale Polizei? Staatsanwalt in Italien ermittelt
Bilder von Polizisten, die mit Knüppeln auf Schüler losgegangen waren, sorgten in ganz Italien für Empörung. Ermittlungen laufen auch gegen einige Demonstranten, wie italienische Medien berichteten.
Innenministerin Anna Maria Cancellieri kündigte an, dass Polizisten, die an Gewaltexzessen beteiligt waren, bestraft werden müssten. Sie kritisierte insbesondere einen Polizisten, der laut einer veröffentlichten Videoaufnahme mit Fußtritten gegen einen am Boden liegenden Schüler vorgegangen war. "Dieser Polizist muss sofort identifiziert werden. Wir werden die notwendigen Disziplinarmaßnahmen ergreifen", versicherte Cancellieri. Sie zeigte jedoch Verständnis für die Polizisten, die entlang des Tiber-Ufers von jungen Demonstranten mit Steinen und Flaschen beworfen worden waren. "Die Polizisten mussten in komplexen Situationen handeln", so die Ministerin.
Polizeichef: "Geziete Angriffe auf Polizisten"
Auch der römische Polizeichef Fulvio Della Rocca verteidigte die Sicherheitskräfte. "Die Polizisten sind mit einer gezielten Strategie angegriffen worden. Dahinter steckt sehr wahrscheinlich eine gut durchdachte Regie. Es ist offenkundig, dass wir reagieren mussten. Unsere Aufgabe ist, die Ordnung zu garantieren", sagte der Polizeichef.
Acht Demonstranten wurden nach den Straßenschlachten in Rom festgenommen. Weitere acht Menschen wurden angezeigt. Ihnen wird unter anderem Gewalt und Widerstand gegen die Polizei vorgeworfen. Bei den Verhafteten handelt es sich zumeist um Demonstranten im Alter zwischen 20 und 30 Jahren.
Tausende Menschen hatten am Mittwoch in Rom und in anderen italienischen Städten gegen die Sparpolitik der Regierung von Premier Mario Monti und die EU protestiert. Auch am Samstag gingen Schüler, Studenten und Gewerkschafter im Rahmen eines Protesttages für das Recht auf Bildung auf die Straßen mehrerer italienischer Städte und forderten ein Ende der Ausgabenkürzungen im Bildungswesen.
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