Unterm EU-Schnitt

Unsere Löhne wachsen nur langsam!

Wirtschaft
12.08.2005 10:58
Die Nominallöhne werden in Österreich heuer um 2,5 Prozent steigen, der Zuwachs liegt damit unter dem EU-15 -Schnitt von 2,7 Prozent. Dies geht aus dem Donnerstag in Düsseldorf veröffentlichten Europäischen Tarifbericht 2005 des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) hervor.

In der EU-25 werden sich die Löhne heuer im Schnitt um 2,8 Prozent erhöhen, beim Spitzenreiter Lettland sind es sogar acht Prozent, prognostiziert das WSI. Bei der Berechnung der Nominaleinkommen aus unselbständiger Arbeit wurden auch die Sozialversicherungsbeiträge der Arbeitgeber berücksichtigt.

Die höchsten Nominallohnzuwächse in der EU-15 weisen Griechenland (plus 5,9 Prozent), Irland (plus 5 Prozent) und Großbritannien (plus 4,7 Prozent) auf. Deutschland ist beim Anstieg der Nominaleinkommen mit plus 0,5 Prozent Schlusslicht in Europa.

In Deutschland sinken die Löhne
Die Reallöhne (abzüglich der Inflation) werden in Österreich heuer laut WSI um 0,2 Prozent steigen, der EU-15-Schnitt liegt bei 0,8 Prozent, der EU-25-Schnitt bei 0,9 Prozent. In Deutschland werden die Reallöhne heuer um 0,8 Prozent sinken.

Osteuropa auf der Überholspur
Nach Auswertung von Prognosedaten der Europäischen Kommission erwartet das WSI in diesem Jahr für die Mehrzahl der westeuropäischen Staaten einen Anstieg der nominellen Lohnkosten zwischen drei und vier Prozent. Mit Werten zwischen vier und acht Prozent fällt der Lohnkostenanstieg in den meisten mittel- und osteuropäischen Staaten deutlich höher aus. Grund ist der anhaltende ökonomische Aufholprozess in diesen Ländern.

Was bedeutet "Nominallohn"?
Der Nominallohn ist der als Lohn empfangene Geldbetrag ohne Berücksichtigung der Kaufkraft des Geldes (Geldwert). Misst man den Lohn an der Kaufkraft, so spricht man vom Reallohn. 
Über die Kaufkraft des Geldbetrages sagt der Nominallohn nichts aus.

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