Wegen Gefährdung

Spanien möchte Prügel-Fotos der Polizei verbieten

Ausland
20.10.2012 18:57
Prügelnde Polizisten oder zu brutale Einsätze der spanischen Sicherheitskräfte sollen nicht mehr in Bild und Ton veröffentlicht werden dürfen. Das plant die spanische Regierung, nachdem Fotos von blutüberströmten Demonstranten, die am 25. September gegen die Sparpläne der Regierung unter Premier Mariano Rajoy protestiert hatten, die Bevölkerung erschütterten. Journalisten sind um die Pressefreiheit besorgt.

Mit dem geplanten Verbot wolle man laut Innenminister Jorge Fernandez Diaz auf keinen Fall die Arbeit der Journalisten behindern. Dennoch gefährde in manchen Fällen das Zeigen brutaler Fotos die Sicherheit der Beamten. Aus diesem Grund soll das "Anfertigen, Verarbeiten und Reproduzieren von Bildmaterial, Tondokumenten oder Informationen von Mitgliedern der Sicherheitskräfte bei der Ausübung ihrer Funktion, die das Leben der Sicherheitskräfte oder die Operation gefährden", untersagt werden.

Polizei möchte Bürger und Beamte gleichermaßen schützen
Das Regierungsvorhaben geht auf entsprechende Initiativen seitens der Polizei zurück, die um eine "entsprechende Balance zwischen dem Schutz der Bürger und den Rechten der Sicherheitskräfte" bemüht sei.

Angel Casana, bekannter Journalist und Redakteur bei der spanischen Tageszeitung "El Mundo", schrieb in einem Kommentar auf der Website der Zeitung, dass Bilder schon oft den Kurs der Geschichte geändert hätten. Sollten die Regierungspläne umgesetzt werden, würde die Arbeit der Journalisten enorm beeinträchtigt.

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