„Krone“-Vorschlag:

„Lamarr-Park“ bauen statt Michaelerplatz zerstören

Wien
20.05.2024 15:00

Der Michaelerplatz soll durch Umgestaltung „klimafit“ werden. Ein Vergleich zeigt: Die „Krone“-Idee eines Parks an der Mariahilfer Straße hätte auch im Hinblick auf die ökologische Bilanz viel mehr Nutzen: Die Argumente für die Verschandelung des Platzes sind denkbar dünn.

Lange vor dem Anrollen der Bagger auf dem Michaelerplatz hat die „Krone“ mit der Idee für einen Park statt der Kaufhausruine auf der Mariahilfer Straße für Furore gesorgt. Unsere Leser ließen sich von Argumenten überzeugen: Der Park würde die Hitzeinsel Neubau knacken und wäre obendrein gut für die Wirtschaft: Die Mariahilfer Straße hätte damit etwas, das keine Einkaufsmeile sonst hat – statt eines weiteren Global-Kaufhauses von der Stange.

Park könnte tonnenweise Stickoxide speichern
Die Stadt sieht die Umgestaltung des Michaelerplatzes angesichts des Klimawandels als „zeitgemäß“ an. Damit meint sie ein paar Beete und gerade einmal neun Bäume, die künftig den Blick auf Hofburg, Michaelerkirche und Loos-Haus verstellen sollen, und das inmitten von Bodenplatten in Flugfeld-Optik. Experten bezweifeln, dass der Platz im Sommer damit auch nur einen Hauch kühler wird.

Doppelt so groß wie der Michaelerplatz und grün
Ganz anders sähe das bei einem „Lamarr-Park“ aus: Der hätte rund 7500 Quadratmeter Fläche und wäre damit doppelt so groß wie der Michaelerplatz – und das mit wirklich entsiegelter Fläche und grüner Wiese statt Steinplatten: Allein die Rasenfläche in dem neuen innerstädtischen Park würde rund zehn Tonnen CO₂ speichern, dazu kämen die Bäume.

Der Michaelerplatz soll sein einzigartiges Gesicht verlieren.
Der Michaelerplatz soll sein einzigartiges Gesicht verlieren.(Bild: Zwefo)

Der Park an der Mariahilfer Straße wäre so groß wie der Kardinal-Nagl-Platz im dritten Bezirk. Dort stehen exakt 50 Bäume. Damit würde ein Lamarr-Park jedes Jahr rund eine halbe Tonne mehr CO₂ binden als der umgestaltete Michaelerplatz.

Wien braucht städtisches Grün mehr als man denkt
Dass es in Wien gerade im städtischen Bereich mehr echte Grünflächen braucht statt vereinzelter Alibi-Bäume, zeigt ein Blick über den Tellerrand: Die europäische Umweltbehörde weist für Wien Baumbestand auf 34 Prozent der Fläche auf.

Mit dem Wert von 34 Prozent liegt Wien nur wenig über dem europäischen Schnitt von 30 Prozent, und auch das nur, weil etwa der Prater und der Lainzer Tiergarten die Statistik aufbessern. In anderen Worten: ein Argument mehr für den Park, und ein Argument mehr, den Michaelerplatz nicht zu verschandeln.

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