Aufruf zum Mord
Mohammed-Film: Ägyptischer Imam erlässt Fatwa
In dem Film "Die Unschuld der Muslime" wird der Prophet Mohammed als Frauenheld, Kinderschänder und Mörder dargestellt. Der Islam wird als "Krebsgeschwür" bezeichnet. Der Film wurde im vergangenen Jahr von einem christlich-koptischen Ägypter aus Los Angeles zusammen mit einer rechten evangelikalen Gruppe in Kalifornien produziert.
Als Anfang September eine arabisch synchronisierte Kurzversion als Video im Internet auftauchte und Auszüge im ägyptischen Fernsehen gezeigt wurden, führte dies zu gewaltsamen Ausschreitungen vor US-Einrichtungen in der muslimischen Welt. Dabei gab es mehrere Tote - unter anderen starb der US-Botschafter in Libyen, Chris Stevens, bei einem Angriff auf das Konsulat seines Landes in Bengasi.
Selbstmordattentäterin sorgt für Blutbad in Kabul
Indes sprengte am Dienstag in Afghanistan eine Selbstmordattentäterin als Reaktion auf den Mohammed-Schmähfilm einen mit Ausländern besetzten Kleinbus in Kabul in die Luft. Laut den Angaben der Behörden wurden dabei zwölf Menschen getötet, sieben der Todesopfer waren Russen und Südafrikaner, die für ein internationales Kurier-Unternehmen arbeiteten.
Zu dem Anschlag bekannte sich die Extremistengruppe Hezb-e-Islami, die ihre ausländer- und regierungsfeindlichen Tendenzen mit den radikal-islamischen Taliban teilt. Die Organisation bezeichnete die Attacke als eine Antwort auf den Streifen "Die Unschuld der Muslime". Gleichzeitig begrüßte sie den tödlichen Anschlag auf Stevens in Libyen in der vergangenen Woche.
Irans Ayatollah Khamenei wettert gegen USA und EU
Im Iran wiederum forderte Revolutionsführer Ayatollah Ali Khamenei, dass die "USA und einige europäische Länder praktisch und nicht nur in Worten" beweisen müssten, dass sie in keiner Weise eine Rolle bei der Produktion des Films gespielt haben. Die westlichen Mächte seien jedoch durch anti-islamische Haltungen beeinflusst und würden nichts zur Verhinderung der Beleidigung des Islam tun, erklärte Khamenei am Montag nach Angaben des staatlichen Senders Press TV.
"Die Völker der Welt wissen über die islamfeindliche Politik der arroganten Mächte und der Zionisten Bescheid. Sie zeigen mit dem Finger auf die USA und bestimmte europäische Regierungen. Die Führer dieser Länder müssen beweisen, dass sie keine Komplizen bei diesem großen Verbrechen waren und müssen in der Praxis die Wiederholung dieses Irrsinns verhindern", sagte Khamenei.
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