14.09.2012 20:18 |

Antrag gestellt

Kindermörder Marc Dutroux will mit Fußfessel aus Haft

Nicht nur in Österreich sorgt das Thema Fußfessel derzeit für Aufregung: Wie am Freitag bekannt wurde, will der belgische Kindermörder Marc Dutroux (Bild) vorzeitig freikommen. Der zu lebenslanger Haft Verurteilte habe bereits am Donnerstag beantragt, mit einer elektronischen Fußfessel überwacht zu werden, sagte ein Sprecher der Strafbehörden im belgischen Radiosender RTBF. Die Prüfung des Falls werde mehrere Monate dauern.

Dutroux ist der bekannteste und am meisten gefürchtete Verbrecher Belgiens. Er hatte in den 1990er-Jahren sechs Mädchen entführt und gefoltert, vier von ihnen starben. 2004 wurde er wegen mehrfachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Ihm wurden zudem Entführung, Vergewaltigung, Folter und Drogenhandel zur Last gelegt. Derzeit sitzt der 55-Jährige in einem Gefängnis im südbelgischen Nivelles.

Ex-Frau vor zwei Wochen vorzeitig entlassen
Vor rund zwei Wochen war Dutrouxs Ex-Frau Michelle Martin, die als Mittäterin eine Haftstrafe von 30 Jahren absitzen sollte, unter Auflagen vorzeitig auf freien Fuß gekommen (siehe Infobox). Ihre Entlassung aus der Haft hatte in ganz Belgien Empörung und Proteste ausgelöst. Nach Bekanntwerden von Dutrouxs Antrag auf vorzeitige Entlassung dürften neue Proteste vorprogrammiert sein.

Nach belgischem Recht ist eine vorzeitige Entlassung möglich, wenn der Täter mindestens ein Drittel der Strafe verbüßt hat. Dutroux erfülle diese Voraussetzung, weil in sechs Monaten ein Drittel seiner wahrscheinlichen Strafe bei durchschnittlicher Lebenserwartung vorüber sei, berichteten belgische Medien.

Familien der Opfer entsetzt
Die Regierung hat nach Protesten mittlerweile eine Änderung der Rechtslage auf den Weg gebracht - diese wird aber lediglich für künftige Fälle gelten und nicht rückwirkend. Familien und Anwälte der Opfer fürchten nun, dass der verurteilte Vergewaltiger und Kindermörder eines Tages wieder das Gefängnis verlassen könnte. Dutrouxs Anwalt Ronny Baudewijn hatte bereits der Zeitung "Het Niuewsblad" gesagt, sein Mandant hoffe auf eine Freilassung.

Der Belgier war bereits 1989 wegen Vergewaltigung und Entführung zu 13 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden, kam aber im April 1992 wegen guter Führung wieder frei. 1995 begann eine neue Entführungsserie.

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