Leser fragen Ludwig:

Gehen Sie nachts alleine über den Reumannplatz?

Wien
20.04.2024 09:50

In der „Bürgermeister-Stunde“ (siehe Video oben) von krone.tv stand jetzt Wiens Stadtchef Michael Ludwig 60 Minuten Rede und Antwort zu Fragen von „Krone“-Lesern und -Zuschauern zu ganz aktuellen Themen wie Migration und Sicherheit in Wien, aber auch zur Teuerung.

Eine Stunde lang stellte sich Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) in der neuen krone.tv-Sendung „Die Bürgermeister-Stunde“ den brennendsten Fragen der „Krone“-Leser und Zuschauer. Hunderte haben dazu ihre Anliegen, Sorgen und Nöte eingeschickt. Die derzeit drängendsten Themen in Wien? Migration und Sicherheit. Drei Viertel aller Fragen, die eingesandt wurden, bezogen sich darauf. Wie wird die Stadt die aktuellen Herausforderungen bewältigen? Welche konkreten Maßnahmen plant Stadtchef Ludwig in Bezug auf die steigenden Kosten des Lebensunterhalts, die Wohnungsknappheit, Bildung, Sicherheit und den Umweltschutz? Hier eine Zusammenfassung der Fragen und Antworten.

Asyl und Migration: „Warum tolerieren Sie, dass in Wien so viele Fremde leben?“ Die meisten Anfragen der „Krone“-Leser kamen zum Migrationsthema und zur Überfremdung. Hier verweist der Bürgermeister mehrfach auf die Zuständigkeit des Bundes. Christine Höfer fragt Michael Ludwig: „Warum lassen Sie zu, dass unsere Stadt von Leuten bevölkert wird, die nicht bereit sind, unseren Lebensstil anzunehmen?“

Die Antwort: „Wir haben als Stadt Wien keinen Einfluss darauf, wie viele und welche Menschen zu uns kommen. Wir versuchen nur, sehr schnell die Menschen zu integrieren, und zwar von der ersten Stunde an“, so Ludwig. Die Migration sei jedoch immer schon eine große Herausforderung gewesen. Eine wichtige Integrationsmaßnahme ist das Erlernen der deutschen Sprache, betont der Stadtchef. „Hier haben wir erst vor wenigen Stunden auch ein zusätzliches Programm präsentiert, das mehr Deutsch und mehr Unterrichtsstunden auch für das Erlernen der deutschen Sprache bieten soll.“ Auch die Vermittlung von Werten, die für uns unerlässlich sind, sei wichtig. Etwa die demokratische Wertehaltung, sowie die Gleichstellung von Männern und Frauen.

Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) in der „Bürgermeisterstunde“ im Roten Salon im Wiener Rathaus. (Bild: Reinhard Holl)
Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) in der „Bürgermeisterstunde“ im Roten Salon im Wiener Rathaus.

Gewalt und Sicherheit: „Würden Sie um 22 Uhr alleine über den Reumannplatz gehen?“ Die jüngsten Gewaltvorfälle in diversen Bezirken haben viele Leser bewegt. Auch über den Reumannplatz in Favoriten wurde mehrfach berichtet. Hier gilt seit kurzem eine Waffenverbotszone. „Krone“-Leserin Sandra Marktl wollte von Bürgermeister Ludwig daher wissen: „Würden Sie um 22 Uhr alleine über den Reumannplatz gehen?“

Ludwig dazu: „Ich bin oft alleine spät am Abend mit der U-Bahn und anderen öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs und habe da kein Problem. Aber ich verstehe, dass Mädchen und Frauen ein anderes Sicherheitsbedürfnis haben.“ Gemeinsam mit der Wiener Polizei schaue man deshalb ganz genau hin. Man akzeptiere keine Gewalt. Einmal mehr wiederholte der Bürgermeister eine langjährige Forderung an das Innenministerium: mehr Polizei für Wien. In manchen Bezirken sei man hier nämlich deutlich unterbesetzt. Unterstützung gibt es für den Vorschlag von Innenminister Karner (ÖVP) für ein österreichweites Waffenverbot. 

Zuschauerin Elfriede Gruber fordert auch für den Franz-Jonas-Platz in Floridsdorf ein Alkohol- und Drogenverbot. Hier winkt Ludwig vorerst ab.

2158 Tage

ist Michael Ludwig Bürgermeister und Landeshauptmann von Wien. Er wurde am 24. Mai 2018 vor knapp sechs Jahren gewählt.

Teuerung und Verkehr: „Wieso kostet ein Krügel am Rathausplatz sechs Euro?“ Die hohe Inflation und die Teuerung sieht Bürgermeister Ludwig aktuell als das größte Problem an. Viele Menschen in der Stadt hätten in den vergangenen Monaten gespürt, dass es für sie finanziell enger wird. Leser Richard Caha sieht es ähnlich: „Finanziell wird es immer massiver: Miete, Lebensmittel oder die ORF-Steuer und kein Politiker spricht klare Worte dagegen. Machen Sie doch etwas!“

Da verweist das Stadtoberhaupt auf die bisher gesetzten Maßnahmen: „Wir helfen als Stadt Wien überall dort, wo wir die Möglichkeit gehabt haben.“ Ludwig erwähnte den Wohnbonus und die Energieunterstützung. Im Gemeindebau seien für zwei Jahre die Mieterhöhungen unterbrochen worden. Dafür gab es von einigen Lesern und Zuschauern auch Pluspunkte. Die Frage von Gerhard Ostrzil sorgt kurz für Schmunzeln: „Wieso dulden Sie, dass ein Krügel Bier am Rathausplatz 6 Euro kostet?“ Ludwig: „Dieser Preis wird von mir nicht festgesetzt. Das ist Sache der Veranstalter.“ Beim Thema Verkehr gibt es ein klares Ja zum Lobautunnel, der eine starke Entlastung für Wien bringen würde.

„Bürgermeisterstunde“ mit Stadtchef Michael Ludwig: Hunderte „Krone“-Leser haben ihre Anliegen, Sorgen und Nöte eingeschickt. (Bild: Reinhard Holl)
„Bürgermeisterstunde“ mit Stadtchef Michael Ludwig: Hunderte „Krone“-Leser haben ihre Anliegen, Sorgen und Nöte eingeschickt.

Versorgung und Visionen: „Wie soll die Gesundheitsversorgung für alle Wien sichergestellt werden?“ Leserin Brigitte Haselbach möchte vom Bürgermeister wissen: „Wie wollen Sie sicherstellen, dass trotz Fachkräftemangel im medizinischen und pflegerischen Bereich die gesundheitliche Versorgung für alle gewährleistet bleibt?“ „Das Gesundheitswesen funktioniert in der Stadt sehr gut“, macht der Bürgermeister klar. Es gäbe jedoch Herausforderungen im Gesundheitsbereich, was neue Mitarbeiter betrifft. Die Stadt habe daher das Wiener Pflegegeld von 400 Euro monatlich eingeführt, welches kürzlich vom Bund auf 600 Euro erhöht wurde. Die Ausbildungsplätze in der Pflege konnten verdoppelt werden. Hier bewege sich jetzt erfreulicherweise sehr viel. Allerdings dauere es noch zwei bis zweieinhalb Jahre, bis die neuen Pflegekräfte am Krankenbett stehen werden, so Ludwig.

Der 15-jährige Nicolas Kischner möchte dann vom Bürgermeister wissen, wie man sich Wien im Jahr 2030 vorstellen kann und welche Visionen er für die Stadt hat. Flugs erging eine Einladung an den Burschen für das Jugendparlament im Rathaus. Die hohe Lebensqualität Wiens soll jedenfalls erhalten und weiter ausgebaut werden.

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