Spionageverdacht

‘Arma 3’-Entwickler in Griechenland festgenommen

Spiele
12.09.2012 11:27
Zwei Entwickler des tschechischen Studios Bohemia Interactive stecken derzeit in großen Schwierigkeiten: Sie fotografierten - vermutlich für ihren neuen Taktik-Shooter "Arma 3" (Bild) - ohne Erlaubnis Militäreinrichtungen auf der griechischen Insel Limnos und wurden daraufhin festgenommen. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Spionageverdachts, es drohen bis zu 20 Jahre Haft.

Die 28 und 33 Jahre alten Entwickler wurden mit Camcorder und Kamera von griechischen Offizieren erwischt, als sie Lager und andere militärische Einrichtungen filmten und fotografierten, berichtet die griechische Website "News247"

Die Entwickler hätten ihr verbotenes Tun damit gerechtfertigt, dass mithilfe der Aufnahmen die "Arma 3"-Grafik "bereichert" werden sollte, so "News 247". Das Spiel ist unter anderem auf den griechischen Inseln Limnos und Agios Efstratios angesiedelt.

Bohemia-Studioboss Mark Spanel hat die Vorkomnisse inzwischen bestätigt, in einer E-Mail erklärte er allerdings, die Entwickler hätten sich auf einer Urlaubs- statt Recherchereise befunden, berichtet die "GameStar" online. Executive Producer Jan Kunt gab gegenüber "ComputerAndVideogames" an, das Duo werde gerade für eine Verhandlung nach Lesbos überstellt, eine Anklage liege noch nicht vor.

Griechen: Kartenmaterial "strategisch problematisch"
"Arma 3" führt ins Jahr 2034, in dem die Türkei und Griechenland vom Iran angegriffen werden. Der Taktik-Shooter soll Anfang nächsten Jahres erscheinen. Wegen der Verwendung von Kartenmaterial der Insel Limnos soll es schon zuvor zu Problemen mit deren Bürgermeister Antonis Hatzidiamantis gekommen sein. Er habe die Veröffentlichung wegen der Spannungen mit der Türkei als "strategisch problematisch" bezeichnet, so "ComputerAndVideogames". Kunt hingegen sagte, es handle sich um "nicht viel mehr als einfach nur Google Maps".

Schon 2001 Hobby-Fotografen eingebuchtet
Die beiden Entwickler sind nicht die Ersten, die in Griechenland wegen angeblicher Spionage in die Bredouille geraten: 2001 wurden acht von zwölf britischen Touristen, die bei einer Flugshow mit Fotoverbot Fluggeräte des griechischen Militärs abgelichtet hatten, zu drei Jahren Haft verurteilt. Das strenge Spionagegesetz im Land ist auf die Spannungen mit der Türkei zurückzuführen.

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