CHP stärkste Kraft

Erdogans Partei verliert bei Wahl in Istanbul

Ausland
01.04.2024 07:14

Die Partei des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan hat die Bürgermeisterwahl in der wichtigen Metropole Istanbul verloren. Die Oppositionspartei CHP ist die stärkste Kraft.

Bei den Kommunalwahlen in der Türkei hat Erdogans Partei eine herbe Niederlage einstecken müssen. Landesweit erlitt die islamisch-konservative AKP starke Verluste.

„Wendepunkt, nicht Ende“
Erdogan räumte den historischen Sieg der Opposition ein. „Wir haben nicht das Ergebnis erzielt, das wir uns gewünscht und erhofft haben“, sagte er am späten Sonntagabend in Ankara. Er werde „die Entscheidung der Nation respektieren“, man werde nun Selbstkritik üben und Mängel beheben, erklärte er vor seinen – ungewöhnlich stillen – Anhängern. Dies sei aber nicht das Ende, sondern ein Wendepunkt.

Oppositionspartei CHP stärkste Kraft
In den fünf größten Städten konnte sich die größte Oppositionspartei CHP bei den Bürgermeisterwahlen durchsetzen. Die Mitte-Links-Partei habe vorläufigen Ergebnissen zufolge landesweit 35 der 81 Bürgermeisterposten gewonnen, sagte der Leiter der Wahlbehörde, Ahmet Yener. Ein amtliches Endergebnis stand noch aus.

61 Millionen Menschen waren zur Wahl aufgerufen
Nach Auszählung von fast 98 Prozent der Wahlurnen im Land erlitt die islamisch-konservative AKP ihr schlimmstes Wahldebakel seit zwei Jahrzehnten. Die Mitte-Links-Partei CHP wurde laut vorläufigen Zahlen mit 37,6 Prozent landesweit stärkste Kraft, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu nach mehr als 98 Prozent ausgezählter Stimmen. Die AKP kam auf 35,7 Prozent. Sollte sich das Ergebnis offiziell bestätigen, wäre die AKP erstmals seit ihrer Gründung 2002 in einer Kommunalwahl nur zweitstärkste Kraft. Mit der Bekanntgabe der endgültigen Ergebnisse wird im Laufe des Montags gerechnet. Ungefähr 61 Millionen Menschen waren zur Wahl aufgerufen. Die Wahlbeteiligung aber fiel geringer als bei vergangenen lokalen Abstimmungen aus: Sie hat zwischen 78,1 und 80,7 Prozent gelegen.

Wahl von tödlichen Auseinandersetzungen überschattet
Im Südosten des Landes überschatteten tödliche Zwischenfälle die Kommunalwahlen. Bei gewalttätigen Auseinandersetzungen wurden zwei Menschen getötet. Mindestens 15 weitere Personen wurden verletzt, unter anderem in der Kurdenmetropole Diyarbakir. Die Beteiligten sollen mit Schusswaffen, Steinen und Stöcken aufeinander losgegangen sein.

Junge wollen Land verlassen
Die landesweite Wahl wurde unter schwierigen Vorzeichen durchgeführt. Viele Menschen haben aufgrund der hohen Inflation mit steigenden Preisen für Lebensmittel und explodierenden Mieten zu kämpfen. Viele junge Menschen wollen einer Umfrage nach bereits am liebsten das Land verlassen. Die Opposition, die bei der Parlaments- und Präsidentschaftswahl 2023 noch im Bündnis antrat, gilt als zerstritten und tritt nicht mehr geschlossen an.

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