Bei Sikh-Gedenkfeier

Minister: Anschlag auf Tempel war “terroristischer Akt”

Ausland
11.08.2012 10:41
US-Justizminister Eric Holder (Bild) hat den Anschlag auf einen Sikh-Tempel in den USA als "einen terroristischen Akt, einen Akt des Hasses, ein Verbrechen, das im fundamentalen Widerspruch zu den Werten unserer Nation steht", verurteilt. Bei einer Gedenkfeier für die sechs Todesopfer sagte Holder am Freitag: "Unsere Entschlossenheit, Terrorakte und von Hass motivierte Verbrechen zu verhindern, war niemals stärker."

An der Gedenkfeier in einem Gymnasium nahmen mehrere tausend Mitglieder der Sikh-Gemeinde teil (weitere Bilder). "Wir wollen den Seelen die Ehre erweisen, die noch hier drinnen sind", sagte Harpreet Singh, der Neffe eines der Opfer. Nachdem der Tempel am Donnerstag von Polizei wieder freigegeben worden war, hatten die Gemeindemitglieder die Spuren des Amoklaufs weitestgehend beseitigt.

Ein Einschussloch in einer Tür, die zu dem wichtigsten Gebetssaal des Gotteshauses führt, wurde nicht durch Reparaturen beseitigt, um als Mahnmal an die Tat zu erinnern. Bei der am Freitag begonnenen Zeremonie wird ein heiliges Buch der Sikh von Anfang bis Ende von einem Priester vorgetragen - die Lesung dauert 48 Stunden.

"Eine solche Gewalttat hat in den USA keinen Platz"
Auch US-Präsident Barack Obama hatte den blutigen Anschlag vom 5. August verurteilt. Anlässlich eines Dinners zum Fastenbrechen im Ramadan sagte Obama am Freitag im Weißen Haus, eine solche Gewalttat habe keinen Platz in den USA. Der Anschlag auf Amerikaner jeden Glaubens sei ein Angriff auf die Freiheit aller Amerikaner. "Wir betrauern die, die an ihrer Kultstätte sinnlos ermordet und verletzt wurden." Kein Amerikaner sollte jemals an seinem Ort der Andacht Angst um seine Sicherheit haben, erklärte Obama nach Angaben des Weißen Hauses.

Der Amokläufer, ein ehemaliger Soldat, hatte in Oak Creek im US-Bundesstaat Wisconsin in dem Sikh-Tempel sechs Menschen erschossen, darunter einen Polizeibeamten, und sich danach selbst getötet. Da der Schütze der Neonazi-Szene angehörte, gilt es als wahrscheinlich, dass er aus rassistischen Motiven handelte.

Sikhs sind Anhänger einer religiösen Reformbewegung, die im 15. Jahrhundert in Nordindien entstand. Auch in der Vergangenheit war es in den USA zu Angriffen auf Mitglieder der Gemeinschaft gekommen, da sie oft mit Muslimen verwechselt wurden.

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