Das Treffen der Parteichefs der vier Landtagsfraktionen bei Dörfler dauerte nur wenige Minuten: Nachdem SPÖ, ÖVP und Grüne erklärt hatten, nicht vom geplanten Wahltermin im November dieses Jahres abzurücken, war das Gespräch auch schon wieder vorbei. Die SPÖ sprach danach von einem "Eklat", weil Dörfler und Kurt Scheuch das Gespräch "nach nicht einmal zwei Minuten beendeten".
"Der Wahltermin im März würde die Legislaturperiode um ein Jahr verkürzen. Bei einem früheren Zeitpunkt könnte nicht Klarheit in die offenen Fragen gebracht werden", verteidigt sich Kärntens Landeshauptmann gegenüber der "Krone". "Vor den Wahlen muss im Haus Kärnten aufgeräumt werden."
"Haider hat Demokratie eingeführt"
Aufräumarbeiten, die Dörfler vor allem der ÖVP verordnet: "Die Affäre betrifft den früheren ÖVP-Landesrat Martinz und den Herrn Birnbacher." Allerdings sieht Dörfler auch "Kärntens SPÖ in einen Parteienfinanzierungsskandal verwickelt", der aufgeklärt werden müsse. Dass auch der frühere Landeshauptmann Jörg Haider einen fragwürdigen Umgang mit Geld gehabt habe, will Dörfler nicht gelten lassen. "Jörg Haider hat nach der roten Herrschaft erst die Demokratie in Kärnten eingeführt", meint dessen Amts-Nachfolger.
Kurt Scheuch "trägt jetzt schon Krawatte"
Dass sein neuer Vize-Landeshauptmann und FPK-Chef Kurt Scheuch, Bruder des zurückgetretenen Uwe Scheuch, ebenfalls höchst umstritten ist, sieht Gerhard Dörfler ebenfalls entspannt: "Der Kurt Scheuch hat ein bisserl ein forsches Image, aber immerhin trägt er jetzt schon Krawatte. Man sollte ihm Zeit geben und ihn dann an der Arbeit messen."
Bemerkenswert ist, dass Landeshauptmann Dörfler im "Krone"-Gespräch eine gewisse Koalitionspräferenz mit den Kärntner Grünen signalisiert. Ausgerechnet mit dem Hypo-Aufdecker Rolf Holub habe er "ein besonders gutes Verhältnis", meint Dörfler, und er sagt auch: "Da gibt es sehr viele umweltpolitische Standpunkte, die wir teilen."
Dörfler schießt gegen "Onkel Erwin"
Alles andere als gut ist hingegen Dörflers Verhältnis zu Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll. "Der Onkel Erwin soll aufpassen, wohin er seine Giftpfeile abschießt", sagt Dörfler zur jüngsten Aussage Prölls an Kärnten. Der Kärntner Landeshauptmann: "Ich wende mich mit Grausen vom System Niederösterreich ab. Immerhin war Ernst Strasser der Zögling von Erwin Pröll, der nun schauen soll, wie er sein Haus in Ordnung hält."
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