"Absurde Vorwürfe"
Pussy-Riot-Prozess: Appell britischer Musiker an Putin
Nadeschda Tolokonnikowa (22, Bild 2), Maria Alechina (24, Bild 3) und Jekaterina Samuzewitsch (29, Bild 4) drohen nach einem "Punk-Gebet" im Februar gegen den damaligen Premier und nunmehrigen Präsidenten Putin in der Moskauer Erlöserkathedrale sieben Jahre Haft wegen "Rowdytums" und Aufwiegelei zu religiösem Hass.
Bürgerrechtler kritisieren den Prozess als politisch motiviert, sogar der Menschenrechtsbeauftragte des Kreml, Michail Fedotow, sagte, bei der Aktion am 21. Februar habe es sich "höchstens um Ruhestörung" gehandelt.
Kritik wird immer lauter
Kurz vor einem Besuch Putins bei den Olympischen Spielen in London setzten sich auch bekannte britische Musiker in einem Brief für Pussy Riot ein. Die Vorwürfe gegen die Frauen seien "absurd", schrieben u.a. die Pet Shop Boys, die Soulkünstlerin Corinne Bailey Rae, Pulp-Mastermind Jarvis Cocker, Franz Ferdinand, The Who-Frontman Pete Townshend und Songwriterin Kate Nash am Donnerstag in der Zeitung "The Times". "Eine andere Meinung zu haben, ist in jeder Demokratie ein Grundrecht", hieß es unisono.
Indes beklagten die inhaftierten Künstlerinnen am vierten Verhandlungstag, dass die Richterin ihre Anträge samt und sonders ignoriere. Die jungen Frauen, die im Gericht in einem Kasten aus Plexiglas ausharren müssen, beschweren sich seit dem Prozessbeginn am Montag über zu wenig Schlaf und Essen sowie fehlende Pausen.
"Zeuge" war gar nicht vor Ort
Russische Medien wiederum kritisierten die Zeugenvernehmungen. So sei etwa ein Mann als Zeuge zugelassen worden, der bei dem Auftritt in der Kirche selbst gar nicht anwesend gewesen sei, sondern nur eine Videomontage gesehen habe. Auf diese Weise gebe es etwa eine halbe Million mögliche Zeugen, schrieb die Zeitung "Nowyje Iswestija" am Donnerstag - so viele Menschen hätten den zusammengeschnittenen Internetclip bisher angeklickt.







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