Betroffen sind vor allem Landesbanken, etwa die LBBW, die BayernLB oder die HSH Nordbank, aber auch die staatliche Förderbank KfW oder die mit Steuergeldern gerettete IKB Deutsche Industriebank. Diese Institute verfügen dank der staatlichen Rückendeckung über eine Kreditwürdigkeit von "Aaa" oder "Aa1" - das sind die beiden besten Noten, die Moody's vergibt. Ein schlechteres Rating kann die Aufnahme von frischem Geld erschweren und verteuern, denn Kreditgeber müssen mit einer höheren Ausfallwahrscheinlichkeit rechnen.
Nachdem Moody's am Montag die Spitzenratings von Deutschland, den Niederlanden und Luxemburg in Zweifel gezogen hatte, waren am Dienstag einzelne Bundesländer, Staatsfirmen wie die Deutsche Bahn und später der Euro-Rettungsschirm EFSF an der Reihe. Auch deren Ausblick ist nun "negativ".
Furcht vor Kettenreaktion
Entscheidet sich Moody's tatsächlich für eine Abstufung Deutschlands, würde dies abermals eine befürchtete Kettenreaktion in Gang setzen. Der Schritt ist jedoch keineswegs eine ausgemachte Sache. Auch die Agentur Standard & Poor's hatte vor einigen Monaten die Spitzenbonität der Bundesrepublik infrage gestellt - doch die Note blieb unangetastet.
Aus der Politik hatte Moody's für die Absenkung des Ausblicks teils scharfe Kritik geerntet. Grund ist, dass schlechtere Bonitätsnoten die Bemühungen um eine Lösung der europäischen Schuldenkrise erschweren können. Gefährlich ist, dass Moody's auf breiter Front vorgeht: Auch in den Niederlanden müssen staatliche Firmen und Banken um ihre Ratings bangen.
Hintergrund der Welle an negativen Ausblicken ist die Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Schuldenkrise. Sorgen bereiten Moody's vor allem Griechenland, Spanien und Italien. Die Ratingagentur fürchtet, dass die wirtschaftlich starken Länder weitere Lasten für ihre in Not geratenen Partnerstaaten schultern müssen.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.