Nach Konzern-Pleite

300 Neckermann-Mitarbeiter in Graz vor Kündigung

Wirtschaft
24.07.2012 14:20
Nach der Pleite des deutschen Versandhändlers Neckermann sind alle 300 Mitarbeiter der Versandzentrale im Süden von Graz beim AMS-Frühwarnsystem zur Kündigung angemeldet worden. Derzeit werde geprüft, ob es Möglichkeiten für einen Weiterbestand des Grazer Standortes gebe, hieß es am Dienstag in einer Aussendung des Unternehmens weiter.

Man wolle sehen, ob Neckermann Versand Österreich AG, eine Tochter der neckermann.de GmbH, bestehen bleiben kann oder ob das Unternehmen durch ein Insolvenzverfahren entschuldet wird. 

Vorsichtshalber wurden die Mitarbeiter, davon 219 Frauen, die in erster Linie in der Logistik tätig sind, beim AMS-Frühwarnsystem zur Kündigung angemeldet. Trotzdem hieß es am Dienstag, "im Konzept des Unternehmens ist es nicht vorgesehen, Mitarbeiter abzubauen". Der Betriebsrat wollte vorerst keine Stellungnahme abgeben.

Zukunft ungewiss
Davor hatte es immer wieder geheißen, dass durchaus Hoffnung für den Grazer Standort bestehe. "Wir könnten wahrscheinlich allein auch weiterbestehen", so Betriebsratsvorsitzenden Siegfried Schlein am Donnerstag gegenüber dem ORF Steiermark. Wie es aber mit der Finanzierung aussehe, sei die große Frage.

In Deutschland könnten vom Arbeitsplatzabbau bei dem Konzern nach Angaben der Gewerkschaft Verdi bis zu 4.000 Mitarbeiter betroffen sein. Die vom Karstadt-Management angekündigte Streichung von 2.000 Vollzeitstellen würden wegen des hohen Teilzeitanteils etwa 3.000 Beschäftigten entsprechen, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft in Berlin. Dazu kämen noch die schon vorher bekannt gegebene Schließung der Multimedia-Abteilungen mit 648 Stellen und das Nichtverlängern befristeter Arbeitsverträge.

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