„Wenn Putin hustet, sucht Scholz einen Bunker.“ So lautet nur einer der bösen Witze, die derzeit aus dem Hofstaat des französischen Staatspräsidenten Macron an die Medien gestreut werden. Ja, der Präsident selbst ließ seinem Ärger freien Lauf, als er daran erinnerte, dass Berlin anfangs nur Stahlhelme in die Ukraine liefern wollte.
Kein Zweifel mehr, dass es um die legendäre deutsch-französische Freundschaft zumindest auf Regierungsebene derzeit schlecht bestellt ist: Zwischen Macron und Scholz stimmt die Chemie nicht.
Streit birgt besondere Tragik
Die Befindlichkeit der Oberhäupter wäre kaum der Rede wert, hätte sie nicht enorme Auswirkungen auf Europa. Es ist schon Legende, dass in der EU kaum etwas weitergeht, wenn der deutsch-französische Motor stottert. Das ist in der derzeitigen Lage Europas eine besondere Tragik.
Die Bewältigung der deutsch-französischen Erbfeindschaft nach dem Zweiten Weltkrieg war eine der epochalen europäischen Leistungen der Politiker auf beiden Seiten gewesen. Nach zwei Generationen verblasst diese Leistung, und es überrascht, dass die Normalität gar nicht so normal ist. Beide Völker ticken doch recht unterschiedlich.
Vermittler gesucht
Die Achse Berlin-Paris bedarf daher ständiger Pflege, sonst gerät Sand ins Getriebe. Welches Eheberatungsinstitut könnte nun einen eitlen Selbstdarsteller in Paris und einen hartnäckigen Schweiger in Berlin therapieren?
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