Auch Tadic auf Liste

Serbiens “Kokain-König” bot 10 Mio. Euro für Polit-Morde

Ausland
16.07.2012 14:00
Der seit Jahren flüchtige serbische "Kokain-König" Darko Saric soll zehn Millionen Euro für den Mord an sechs hochrangigen Staats- und Regierungsfunktionären, darunter auch Ex-Präsident Boris Tadic (Bild), angeboten haben. Dies berichtete am Montag die Belgrader Tageszeitung "Press". Ziel seien jene Politiker gewesen, die Saric für den Zusammenbruch des Drogenwesens verantwortlich gemacht hätte.

Ein westlicher Geheimdienst soll die serbischen Behörden in der Vorwoche über entsprechende Pläne informiert haben. Auf der "Abschussliste" des Kokain-Bosses sollen demnach Tadic, der Chef seines früheren Büros zur Koordination des Rates für Nationale Sicherheit, Miodrag Rakic, der bisherige Innenminister und designierte Ministerpräsident Ivica Dacic, ferner der Chef des Geheimdienstes BIA Sasa Vukadinovic, die Justizministerin Snezana Malovic und der Sonderstaatsanwalt zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität, Miljko Radisavljevic, stehen.

Saric im Visier der Geheimdienste
Die Glaubwürdigkeit der Informationen über das Zehn-Millionen-Euro-Kopfgeld, die von einem der bestinformierten europäischen Geheimdienste übermittelt worden seien, werde nicht angezweifelt, berichtete die Tageszeitung am Montag. Der neue serbische Präsident Tomislav Nikolic sei bereits informiert. Bereits im Februar hatte "Press" berichtet, dass Saric in Südafrika von Vertretern US-amerikanischer und anderer ausländischer Geheimdienste vernommen werde, um u.a. hinter die Mechanismen des südamerikanischen Kokain-Kartells zu kommen, mit dem Saric eng zusammenarbeitete.

Gegen Saric wurden in Belgrad mehrfach Anklagen wegen Kokain-Schmuggels erhoben. Derzeit läuft in Belgrad ein Verfahren wegen des Versuchs, im Jahr 2009 rund 2,5 Tonnen Kokain aus Südamerika nach Europa geschmuggelt zu haben. Auch 2008 soll er 1,1 Tonnen Kokain umgeschlagen haben. Sein Vermögen in Serbien - zahlreiche Immobilien in Belgrad und in der Vojvodina - wurde vorübergehend beschlagnahmt.

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