Den zweiten vor dem ersten Schritt setzte in Marchtrenk das Logistik-Unternehmen TGW bei einem Containerdorf für die Kinderbetreuung. Heißt: Es ist fertig, die Bauverhandlung findet aber erst nächsten Montag statt. Für die temporäre Bleibe der Kinder wurde auch ein fünf Meter hoher Erdwall errichtet.
Vor sechs Jahren verlegte die Firma TGW ihre Zentrale von Wels nach Marchtrenk und wurde zu einem der größten Arbeitgeber und Kommunalsteuerzahler in der größten Stadt des Bezirks Wels-Land. Dass SP-Bürgermeister Paul Mahr dem Logistik-Riesen bei der Übersiedelung den roten Teppich ausgerollt hat, war insofern nachvollziehbar. Mittlerweile wird die Kritik an den Privilegien der Firma lauter.
Wasserschaden im „Zwergennest“
Nun heizt ein TGW-Projekt in der Ortschaft Schafwiesen die Debatte weiter an. Für Montag wurde eine Bauverhandlung für ein Containerdorf anberaumt. Es geht um einen Betriebskindergarten mit zwei Kindergarten- und einer Krabbelstubengruppe neben dem 2018 errichteten „Zwergennest“.
Die Optik ist ein wenig schief. Der Ablauf beim Containerdorf ist möglicherweise nicht ideal. Sollte nicht alles korrekt sein, wird es selbstverständlich abgerissen.
Paul Mahr, SP-Bürgermeister
„Die 20 Container und ein riesiger Erdwall stehen schon, wozu noch eine Bauverhandlung?“, ärgert sich ein Anrainer, der anonym bleiben möchte. Stadtchef Mahr gibt sich überrascht: „Die Container dürften noch nicht lange stehen. Der Ablauf ist möglicherweise nicht ideal, außer es handelt sich um Baucontainer, die wären rechtens.“
Temporäre Lösung
Laut TGW ist die Stadt sehr wohl informiert. In mündlicher Abstimmung mit ihr, der Bezirkshauptmannschaft sowie der Bildungsdirektion soll nach einer Lösung für 50 Kinder gesucht worden sein, da es im „Zwergennest“ einen massiven Wasserschaden gab. Das Gebäude werde gerade saniert. Die Container seien eine temporäre Übergangslösung, sie würden nach Ostern wieder entfernt.
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