Unblutiges Ende
Psychisch Kranker nahm vier Geiseln in Bank in Toulouse
Der Mann stürmte kurz nach 10 Uhr in die Bank CIC im Stadtzentrum von Toulouse und verlangte Geld. Als die Angestellten ihn nicht ernst nahmen, feuerte er laut Polizei einen Schuss ab und brachte die vier Menschen in seine Gewalt. Über mehrere Stunden hinweg versuchten die Beamten in Verhandlungen, nach der Freilassung der beiden Frauen auch die anderen zwei Geiseln freizubekommen.
Täter am Bauch verletzt
Am späten Nachmittag entschlossen sich die Beamten schließlich zur Stürmung der Bank. Drei Detonationen sollten dein Geiselnehmer ablenken. Die Einsatzkräfte befreiten die beiden letzten Geiseln, die bei der Aktion unverletzt blieben. Der Geiselnehmer selbst wurde am Bauch verletzt und musste an Ort und Stelle von Rettungskräften behandelt werden. Zur Schwere der Verletzungen liegen noch keine Angaben vor.
Nach Angaben des Staatsanwaltes von Toulouse, Michel Valet, gab der Mann an, aus "religiösen Überzeugungen" zu handeln. Die Schwester des mutmaßlichen Täters sagte der Nachrichtenagentur AFP aber, dass ihr Bruder "nicht sehr religiös" sei. Er sei schon als Kind in der Obhut des Jugendamtes gewesen: "Er ist durchgedreht und hat Angst vor der Außenwelt."
Geiselnehmer forderte Elitepolizei RAID an
Der Geiselnehmer forderte, dass die Elitepolizei RAID vor Ort kommen solle. Diese Einheit hatte am 22. März den Serienattentäter von Toulouse, Mohamed Merah, nach mehr als 30-stündiger Belagerung in dessen Wohnung erschossen, die nur rund 500 Meter vom Ort der Geiselnahme entfernt lag. Der Islamist Merah, der im Großraum Toulouse drei französische Soldaten sowie drei Kinder und einen Lehrer vor einer jüdischen Schule erschossen hatte, gab sich ebenfalls als Al-Kaida-Mitglied aus.
Merahs Vater hatte erst vergangene Woche Klage wegen der "Ermordung" seines Sohnes eingereicht. Er wirft der Eliteeinheit RAID vor, seinen Sohn absichtlich erschossen zu haben. Bei der Geiselnahme am Mittwoch rückten nicht - wie vom Geiselnehmer gefordert - RAID-Beamte, sondern Sondereinsatzkräfte der Polizeieinheit GIPN aus Bordeaux und Marseille an.
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