Zu viele Läden

Innenstadtgeschäfte geraten unter Existenzdruck

Kärnten
05.02.2024 20:02

Klagenfurt ist auch nach der neuesten Wirtschaftsstrukturanalyse klar die wichtigste Einkaufsstadt Kärntens. Der Online-Handel und zehntausende Quadratmeter neue Verkaufsflächen an der Peripherie setzen aber vor allem den Innenstadtgeschäften kräftig zu. Die Koralmbahn ab 2025 verlangt Lösungen.

Licht und Schatten bei der ersten Wirtschaftsstrukturanalyse seit 2010, die die Wirtschaftskammer, das Land Kärnten und das Stadtmarketing in Auftrag gaben. „Die Betriebe haben dadurch vor der Eröffnung der Koralmbahn eine wichtige Grundlage für wirtschaftliche Maßnahmen“, sagt Roland Murauer vom beauftragten CIMA-Institut.

Klagenfurt überschreitet mit 1,17 Milliarden Umsatz als eine von sechs Städten die Milliardengrenze, 385.000 Personen kaufen in der Landeshauptstadt ein. Damit gilt die Stadt als Top-Einkaufsdestination in Kärnten.

„Klagenfurt hatte in den vergangenen 20 Jahren ein Bevölkerungswachstum von 14 Prozent, Kärnten nur von einem Prozent. Die Nächtigungen sind um elf Prozent gestiegen, auch die Kaufkraft hat sich deutlich erhöht, sie beträgt 686 Millionen Euro. Und vier Fünftel davon bleiben im Lande“, sagt Franz Ahm als Bezirksobmann der Wirtschaftskammer. Es gibt aber auch negative Begleitumstände. Die Verkaufsflächendichte ist enorm, man hat 100.000 Quadratmeter Widmungen mehr auf Grünflächen geschaffen. In anderen Städten gehen die Zahlen zurück. 

1166 Betriebe in der Innenstadt
Der City-Handel kommt unter Druck. 1166 Betriebe sind in der Innenstadt angesiedelt. „Aber zu wenige Leute kaufen ein“, sagt Murauer. „Der Hauptfeind ist der Online-Handel, der um 517 Prozent zugelegt hat. 97 Millionen Euro fließen in den Internet-Handel ab. Rückläufige Kundenfrequenzen, prominente Geschäftsaufgaben, immer mehr Leerstände: Der Innenstadt geht es nicht gut. Mit 3,8 Quadratmetern Verkaufsfläche pro Einwohner ist Klagenfurt österreichweit Spitzenreiter, auf Platz zwei finden sich Graz und Innsbruck mit bescheidenen 2,0 Quadratmetern.

Was der Experte empfiehlt
Experte Murauer gibt nun Tipps: „Die Innenstadt braucht eine neue Ansiedelungspolitik. Zusammenhalten hilft. Es muss auch mehr Pfeffer in die Betriebe. Keine weitere Flächen-Expansion ist erlaubt. Es braucht eine kooperative Marketing-Offensive mit Oberitalien und Slowenien. Multi-Use-Center sind im Kommen. Sie müssen in die Innenstadt. Handelsbetriebe haben in Einkaufszentren Probleme. Kindergärten, Ärztezentren, Schulen, Fitnesscenter oder Apotheken sollen sich ansiedeln. Das sichert langfristig Erfolg.“

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