Die Ukraine erlebt derzeit das Schlimmste, was einem Staat im Krieg (außer einer Niederlage) zustoßen kann: Zwist, Machtkampf, Spaltung, Lagerbildungen in der obersten Führung.
Die Personen der Handlung sind Präsident Zelenskij (fallende Popularität) und Armeechef Zaluschnij (steigende Popularität). Die Rivalität entzündet sich am mangelnden Kriegsglück.
Zelenskij ist ein politischer Führer mit Durchhalteparolen, aber kein militärischer Stratege, Zaluschnij ist ein militärischer Realist. Er hält Zelenskij vor, das Volk in falschen Hoffnungen über die Rückeroberung aller Gebiete zu wiegen. Der Präsident wiederum unterstellt dem General politische Ambitionen.
Eifersuchtsdramen, Rüstungskorruption
Eifersuchtsdramen werden unsachlich: Wer ist schuld an der Rüstungskorruption; dass man sich vom Wehrdienst freikaufen kann; dass so viele wehrfähige Männer im Ausland sind, während Frontsoldaten schon bald 24 Monate den Kopf hinhalten; dass bestellte bzw. versprochene Waffen fehlen?
Auch ausländische Fachleute empfehlen Zelenskij, die Tonlage der Kriegslage anzupassen, um Enttäuschung zu vermeiden, die ihn dann selbst träfe. Die „Times“ empfiehlt ihm, sich „neu zu erfinden“, denn General Zaluschnij schenke dem Volk reinen Wein ein und sei dennoch populär.
Andererseits: Ein bulliger General, der sich als starker Mann an die Spitze boxt? Skepsis ist geboten.
Krieg ist der größte Feind demokratischer Freiheiten.
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