„Krone“-Kommentar

Wo die USA noch Weltpolizist sind

Ausland
17.01.2024 20:00

Wenn eine mittelalterliche Stammesmiliz, die Huthis, am Bab-el-Mandeb (Tor der Tränen), dem Eingang zum Roten Meer, moderne iranische Raketen auf die internationale Schifffahrt schießt, fährt einer umgehend dazwischen: die USA.

Andere, direkt Betroffene wie Ägypten, dessen Suezkanal 40 Prozent der Staatseinnahmen liefert, oder Saudi-Arabien machen sich einen schlanken Fuß. 80 Prozent des Welthandels werden über Wasser auf 40 Millionen Containern abgewickelt; 12 Prozent durch das Rote Meer.

Auf dem Wasser sind die USA Weltpolizist geblieben. Immer dichter auf den Fersen ist China mit seiner maritimen Hochrüstung.

Die Macht zur See gewann in den letzten Jahren enorme Bedeutung durch Herausforderungen, die die Weltwirtschaft, also unseren Wohlstand, ins Mark treffen können: gerissene Lieferketten, Wiederaufleben der Piraterie, Anschläge auf Pipelines und Unterseekabel, Faustrecht.

Mehr und mehr wird der Entwicklungsfortschritt der Welt durch arge Rückfälle konterkariert - etwa das Phänomen der Huthis mit ihren schiitischen Wahnvorstellungen („Jemen wird das Grab des großen Satans“). Das Hochtechnologie-Gefüge der modernen Welt ist derart störungsanfällig, dass es seinen Gegnern gelingen kann, mit „primitiven“ Mitteln die Weltwirtschaft dieses Jahrhunderts schlimmstenfalls lahmzulegen. Der Jemen ist eines der ärmsten Länder - und spielt heute große Weltpolitik.

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