In Wien leiden vor allem die Bezirke Neubau und Döbling unter der Signa-Pleite. Die Bezirksvorsteher wollen, dass die Stadt Investoren sucht - und holen sich eine Abfuhr. Das Rathaus verweist darauf, dass ihm durch die Rechtslage die Hände gebunden seien.
Dass Markus Reiter, der grüne Bezirksvorsteher von Neubau, und sein Döblinger Kollege Daniel Resch (ÖVP) einer Meinung sind, kommt nicht oft vor. Doch die Ruinen der Signa von René Benko sorgen für einen Schulterschluss.
Stadt soll „Investoren suchen“
Auf Neubau lastet das Skelett des Lamarr-Kaufhauses, in Döbling wiederum liegen die Pläne für die Muthgasse als Biotech-Quartier auf Eis, weil die Baugründe samt dem einstigen APA-Gebäude Benkos Signa gehören. Das Rathaus habe „so viele Möglichkeiten. Die Wirtschaftsagentur oder der Wirtschaftsstadtrat können Investoren suchen“, so Reiter.
Bauverzögerungen sind nicht meldepflichtig. Die Entwicklungen im Konkursverfahren sind abzuwarten.
Büro von Baustadträtin Kathrin Gaál
Stadt hofft auf Benkos thailändische Partner
Das Rathaus zeigt den Bezirken jedoch die kalte Schulter und verweist auf die Gesetzeslage mit aufrechten Baubewilligungen etwa beim Lamarr. Zudem könne man dem Insolvenzverwalter nicht vorgreifen. Es liege nun an ihm, über Unternehmensteile und Vermögen zu verfügen. Außerdem geht es nicht nur um Signa. Das Lamarr etwa gehört zur Hälfte der thailändischen Central Group.
Gerade das stimmt die Stadt zuversichtlich: „Aufgrund des weit fortgeschrittenen Stadiums des Baus kann man - rein aus wirtschaftlichen Interessen des thailändischen Partners beziehungsweise eines Rechtsnachfolgers - von einer hohen Wahrscheinlichkeit der Fertigstellung ausgehen“, heißt es aus dem Rathaus. Das reicht Resch und Reiter nicht: Sie wollen nun mit Wirtschaftskammer-Standort-Anwalt Alexander Biach selbst jemanden finden, der sich der Ruinen annimmt.
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