Sa, 21. Juli 2018

Gegen Sparpakete

13.05.2012 09:43

Massenproteste in Spanien, Portugal und Großbritannien

Kurz vor dem Gründungstag der "Empörten"-Bewegung in Spanien haben am Samstag in zahlreichen Städten Zehntausende Menschen gegen die Sparmaßnahmen der konservativen Regierung protestiert. In der Hauptstadt Madrid versammelten sich die Demonstranten auf dem zentralen Platz Puerta del Sol, wo eine große Kundgebung stattfand. Auch in Portugal und Großbritannien gab es Proteste.

Zu Trommelklängen riefen die Menschen in Madrid Slogans wie "Sie (die politische Klasse) vertritt uns nicht" oder "Nehmt die Straße ein". Vier Tage lang wollen die Demonstranten auf dem Platz, auf dem vor einem Jahr die Bewegung entstand, eine "permanente Versammlung" abhalten. Die Behörden hatten dies aber verboten und forderten, dass die Demonstration um 22 Uhr endet. Das allerdings geschah nicht. "Es ist wichtig zu zeigen, dass wir immer noch da sind", sagte eine 23-jährige Demonstrantin.

Sonntag früh wurde die Demonstration schließlich von der Polizei beendet. Als um fünf Uhr früh noch immer rund 500 "Empörte" auf dem zentralen Platz Puerta del Sol verweilten und manche davon ein Zeltlager errichten wollten, wurde der Platz laut Medienberichten von den Behörden geräumt. Es gab mindestens elf Festnahmen. An der Demonstration hatten am Abend laut Polizei rund 30.000 Menschen teilgenommen.

Arbeitslosigkeit bei über 24 Prozent
In Barcelona versammelten sich nach Schätzungen der Polizei rund 45.000 Menschen. Die Veranstalter sprachen von sogar 200.000. Insgesamt wurde in rund 80 spanischen Städten gegen die Politik von Ministerpräsident Mariano Rajoy demonstriert, der mit rigorosen Maßnahmen heuer mehr als 27,3 Milliarden Euro einsparen will.

Erst Ende April hatte die Regierung angekündigt, etwa die Bildungsausgaben um drei Milliarden Euro kürzen zu wollen. Spanien wurde von der Finanzkrise hart getroffen. Die Arbeitslosigkeit liegt in dem Land derzeit bei 24,4 Prozent.

Tausende auch in Portugal auf den Straßen
Auch in Portugal gingen am Samstag mehrere Tausend Menschen auf die Straße. In der Hauptstadt Lissabon versammelten sich am Abend 2.000 Demonstranten. Weitere Proteste fanden in den Städten Porto, Coimbra und Faro statt. Auch Portugal wurde wie das Nachbarland Spanien von der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise schwer getroffen. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 15 Prozent.

"Occupy"-Bewegung demonstrierte in London
In der britischen Hauptstadt London protestierten am Samstag Hunderte gegen Sparpläne der Regierung unter dem konservativen Premierminister David Cameron und die Macht der Banken. Sie versammelten sich vor der St. Paul's Cathedral, wo die "Occupy"-Bewegung bis Ende Februar ein Protestcamp hatte, das dann aber von der Polizei aufgelöst wurde. "Nieder mit dem Raubtierkapitalismus" und "Erst das Volk, dann die Profite" war auf Spruchbändern zu lesen. Später errichteten sie rund ein Dutzend Zelte vor der Bank of England.

Am Rande der Proteste kam es zu vereinzelten Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizisten. Vier Demonstranten wurden festgenommen. Für Dienstag kündigte die "Occupy"-Bewegung weitere Proteste im Finanzviertel der britischen Hauptstadt an. Bilder der Proteste findest du in der Infobox.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.