So, 22. Juli 2018

Spektakuläre Aktion

02.05.2012 14:22

F: Aktivist fliegt über AKW und wirft Rauchbomben ab

Wenige Tage vor der Präsidentenstichwahl in Frankreich hat Greenpeace durch eine spektakuläre Aktion die Sicherheitsrisiken französischer Atomkraftwerke aufgezeigt: Ein deutscher Aktivist überflog am Mittwoch mit einem Motorgleitschirm das AKW Bugey im Osten des Landes und warf zwei Rauchbomben über der Anlage ab. Dann landete der Mann auf dem Gelände des Kernkraftwerks, zündete noch eine weitere Rauchbombe und wurde danach verhaftet.

"Das Ziel dieser Aktion ist, eine Botschaft an die beiden Präsidentschaftskandidaten zu senden, die das Risiko der Atomkraft leugnen", sagte Sophia Majnoni von Greenpeace Frankreich der Nachrichtenagentur AFP. Die Umweltschutzorganisation wollte die Risiken eines Angriffs von außen auf ein Atomkraftwerk aufzeigen.

Flugzeugabsturz als Risiko
In diesem Zusammenhang hob Majnoni hervor, dass in Frankreich - anders als etwa in Deutschland - das Risiko eines Flugzeugabsturzes immer noch nicht in die Sicherheitsanalysen einbezogen worden sei. Erst kürzlich hatte der AKW-Länderbericht zum EU-Stresstest schwere Mängel bei Europas Atommeilern offenbart (siehe Infobox).

Der Atomkraftwerkbetreiber, der Stromkonzern EDF, versicherte, dass die Aktion am AKW Bugey die Sicherheit der Atomanlage nicht infrage gestellt habe. Die erst Ende 2011 verstärkten Sicherheitsmaßnahmen hätten es erlaubt, den Mann sofort zu entdecken und zu ergreifen. Laut Innenministerium wurde der Motorgleitschirm bereits gesichtet und verfolgt, "bevor er überhaupt die Anlage überflogen hat". Es sei klar gewesen, dass es sich um einen Umweltschutzaktivisten handelte.

58 Atomreaktoren in Frankreich
Frankreich ist der größte Atomstromproduzent Europas, drei Viertel des Stroms kommen aus den 58 Atomreaktoren. Die beiden Präsidentschaftskandidaten für die Stichwahl am Sonntag, der konservative Staatschef Nicolas Sarkozy sowie der Sozialist Francois Hollande, wollen an der Atomkraft festhalten. Hollande will allerdings schrittweise umsteuern und in der nächsten Amtszeit das mehr als 30 Jahre alte, besonders umstrittene Atomkraftwerk Fessenheim an der Grenze zu Deutschland abschalten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.