Mi, 14. November 2018

Für Geld und Auto

20.04.2012 09:05

Häfnbruder wollte für SOKO als "Hypo-Spion" arbeiten

Seit gut zweieinhalb Jahren wird im Hypo-Skandal ermittelt - so eifrig, dass wirklich jeder Spur nachgegangen wird. So wurde ein Kärntner SOKO-Ermittler immerhin nach Wien geschickt, um einen Knastbruder zu besuchen. Der 48-jährige Bosnier hatte angeboten, für ein schickes Auto und etwas Geld als "Hypo-Spion" zu arbeiten...

Seit Herbst sitzt der Bosnier in einer Wiener Justizanstalt ein - wegen Körperverletzung und Eigentumsdelikten. Nichtsdestotrotz schlägt sein Herz offenbar für das Wohl der Öffentlichkeit und seine neue Heimat, wie sein Brief an das Justizministerium zeigt: Er ärgere sich über die Korruption und Milliardenverluste bei der Hypo. Schon seit 1998 sei er auf der Spur der Skandale in der Bank.

"Ich weiß, wo das Geld ist"
"Ich kann Ihnen Infos über die Männer geben und weiß, wo das Geld ist", ließ er wissen. "Das Geld der Republik Österreich ist investiert in Grundstücke, Inseln, Häfen, Villen, Luxus-Limousinen." Ein SOKO-Ermittler wurde trotz dieser vagen Angaben tatsächlich von Krumpendorf nach Wien ausgeschickt, um den Häftling näher zu befragen. Der Beamte erfuhr, dass der Bosnier und ein Zellennachbar bereit wären, als Hypo-Spione quasi undercover zu arbeiten.

"Muss erst in den Kreis hineinkommen"
"Ich würde Geld brauchen", gab der Bosnier sofort an. "Mit ein paar Hundert Euro wäre sicher nichts erreichbar. Ich muss erst in den Kreis hineinkommen - da brauche ich eine entsprechende Ausstattung, etwa einen guten Mittelklassewagen, viele Reisen, Flüge, Hotelspesen." Hier endete dann die Agentenkarriere vorzeitig: Der Möchtegern-James-Bond wurde offiziell ermahnt, Ruhe zu geben. Er sitzt vorerst sowieso noch sicher hinter Gittern.

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