Mo, 15. Oktober 2018

Richtig vorsorgen

06.04.2012 11:08

Risikoabsicherung bei Krediten - woran du denken solltest

Sobald du eine Finanzierung abschließt, verpflichtest du dich zur ordnungsgemäßen Rückführung. Das ist in der Regel kein Problem, aber was, wenn etwas nicht planmäßig läuft durch Unfall, schwere Erkrankung, Jobverlust oder gar einen Todesfall? Dann kann das finanzielle Gleichgewicht eines Haushalts ziemlich durcheinanderkommen. Wie du für diese Fälle vorsorgen kannst, erfährst du hier.

Wenn man eine Finanzierung aufnimmt, stehen meist andere Überlegungen gegenüber der Risikoabsicherung im Vordergrund: Man freut sich auf den geplanten Erwerb des finanzierten Gutes, sei es nun Auto, Wohnung, Haus, Renovierung oder anderes. Man plant die Anschaffung, plant die neuen Ausgaben, denkt vielleicht sogar daran, die Anschaffung entsprechend zu versichern und hat soweit alles berücksichtigt.

Doch das stimmt nur bedingt: Wenn sich an deinen Lebensumständen oder finanziellen Verhältnissen etwas ändert, gibt es dafür keinen Plan B in deinen Überlegungen. Am Beispiel Immobilienerwerb heißt das, dass die Wohnung bzw. das Haus veräußert werden muss, wenn du die Raten auf Dauer nicht mehr zahlen kannst. Und das in einer Situation, in der die finanzielle Lage ohnehin angespannt ist.

Ursachen, mit denen man sich auseinandergesetzt haben sollte, sind ein Unfall mit bleibenden körperlichen Beeinträchtigungen, eine schwere Erkrankung mit Berufs- bzw. Erwerbsunfähigkeit, ein Todesfall oder längere Arbeitslosigkeit.

Risikofeld Unfall
Existenzgefährdend sind jene Unfälle, die eine dauerhafte körperliche Beeinträchtigung nach sich ziehen. Der Betroffene ist zunächst aufgrund der unmittelbaren Verletzungen außerstande, seiner Erwerbstätigkeit nachzugehen. Dabei sind die finanziellen Einbußen vor allem bei Selbständigen sofort spürbar. Für Angestellte werden diese erst nach einigen Wochen merkbar, wenn die Entgeltfortzahlung des Dienstgebers wegfällt und nur mehr die Leistung von der Gebietskrankenkasse kommt, die aber nach ein paar Monaten nur mehr etwa 60 Prozent des Einkommens entspricht.

Steht fest, dass eine Invalidität geblieben ist, kommt es, sofern man die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt, zur Festsetzung einer Invaliditätsrente. Diese wird unter Bezugnahme auf Antrittsalter, Versicherungszeiten und Bemessungsgrundlage (also Einkommen im Durchrechnungszeitraum) berechnet und dann ausgezahlt, wenn ein Mindestmaß an Versicherungszeiten je nach Alter erreicht wurde sowie eine Erwerbsunfähigkeit medizinisch bestätigt ist. Je jünger man ist, desto niedriger ist die Rente, sofern man überhaupt schon die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt. In jedem Fall sind deutliche Lücken im monatlichen Einkommen vorhanden.

Diese Lücken kannst du durch eine private Unfallvorsorge relativ kostengünstig absichern. Die Leistungen aus einer privaten Unfallpolizze sind meist unbürokratischer und schneller verfügbar als von gesetzlicher Seite. Auch kannst du dir die Höhe je nach gewünschter monatlicher Belastung selbst zusammenstellen. Maßgeblich sollte die Einkommenslücke im Fall des Falles sein, also zumindest 40 Prozent deines Nettoeinkommens sollten zur Verfügung stehen. Auch leisten Unfallversicherungen Einmalzahlungen, um Umbauten, Rehabilitationsmaßnahmen uvm. zu finanzieren. Sinnvoll sind Familienunfallpolizzen, da ein Unfall jedes Familienmitglieds eine finanzielle Mehrbelastung darstellt. Die Versicherungsprämien sind steuerlich als Sonderausgaben absetzbar.

Risikofeld schwere Erkrankung
Tritt der Fall der Berufs- bzw. Erwerbsunfähigkeit aufgrund einer schweren Erkrankung, wie etwa Krebs, ein, sieht die Leistung von gesetzlicher Seite her zunächst sehr ähnlich aus, wie im Risikofeld Unfall beschrieben. Auch hier kommt es nach frühestens einem Jahr zur Festsetzung einer Invaliditätsrente, wenn die Berufsunfähigkeit für mindestens sechs Monate bestehen wird. Du kannst dich privat absichern, indem du eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, die eine monatliche Rente leistet. Diese sollte wiederum auf etwa 40 Prozent des Nettoeinkommens abstellen. Es gibt am Markt Modelle, die mit einer Ansparleistung verbunden sind, somit ist die bezahlte Prämie nicht vergebens. Auch Berufsunfähigkeitsversicherungen kannst du von der Steuer absetzen.

Risikofeld Ableben
Dieses Feld ist mit Sicherheit das tragischste. Neben dem menschlichen Verlust in der Familie ist auch die finanzielle Belastung für die Hinterbliebenen sehr groß. Bei Ehepaaren kommt es in der Regel zur Auszahlung einer Witwer/n- bzw. Waisenpension, wenn die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind. Diese beträgt zwischen null und maximal 60 Prozent des Einkommens des Verstorbenen und wird anhand einer Relation des Einkommens des Hinterbliebenen zum Einkommen des Verstorbenen berechnet.

Besondere Gefahr besteht bei reinen Lebensgemeinschaften, da hier keine Absicherung vorgesehen ist. Eine einfache Ablebensversicherung kostet einige wenige Euro im Monat und kann die gesamte Kreditsumme abdecken. Damit gehört das finanzierte Objekt im Ablebensfall den Hinterbliebenen, da die Finanzierung ausgezahlt wird. Es macht jedoch Sinn, eine größere Summe abzusichern, damit zusätzlich Bargeld als Reserve für die Familie da ist. Denn das laufende Einkommen des Partners fehlt in jedem Fall.

Risikofeld Arbeitslosigkeit
Auch für den Fall der Arbeitslosigkeit gibt es private Versicherungen, doch diese solltest du sehr genau prüfen, da die Anspruchsvoraussetzungen meist so streng sind, dass sie kaum zur Auszahlung kommen. Besser ist es, für diesen Fall immer eine Reserve von drei bis vier Nettomonatseinkommen zur Seite zu legen, damit die vorübergehenden Einkommenseinbußen sicher abgefangen werden können. Die Höhe deines möglichen AMS-Bezuges kannst du dir auf der Homepage des AMS (siehe Infobox) selbst berechnen und damit deine Einkommenslücke feststellen.

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