Rasche Rückkehr
Salvini will 2032 erstes AKW in Betrieb nehmen
Wenn es nach der Regierung in Rom geht, kann die Rückkehr des südeuropäischen Landes zur Atomkraft gar nicht schnell genug gehen. Infrastruktur- und Verkehrsminister Matteo Salvini hofft, dass der erste Atommeiler bereits im Jahr 2032 in Betrieb genommen wird. Und er hat noch einen persönlichen Wunsch.
„Als Mailänder möchte ich, dass das erste Atomkraftwerk in Mailand eingeweiht wird. Ich hätte gern einen Atommeiler der letzten Generation in meiner Stadt“, sagte Salvini am Mittwoch. 2032 solle ein wichtiges Jahre für Italien sein. „2032 wird der erste Zug auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke Turin-Lyon verkehren. Im selben Jahr soll der erste Zug in 25 Minuten von Bozen nach Innsbruck fahren, und ein weiterer Zug wird auf der Meerengebrücke von Messina zwischen Sizilien und dem italienischen Festland verkehren“, versicherte Salvini.
Schon Berlusconi wollte AKWs
Die Italiener hatten sich 1987 - ein Jahr nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl - in einem Referendum für den Ausstieg aus der Atomenergie ausgesprochen. Die letzten Atomkraftwerke wurden 1990 stillgelegt. Erste Rückkehrversuche unter dem ehemaligen Premier Silvio Berlusconi wurden aber infolge der Katastrophe in Fukushima vorerst ad acta gelegt.
Nun will Salvini ein Referendum zur Rückkehr Italiens zur Produktion von Atomenergie abhalten. Damit könne Italien zurück zu „sauberer Kernenergie der neuesten Generation“ kehren, erklärte der Lega-Politiker. Italien sei von Nachbarländern umgeben, die Energie durch Kernkraftwerke erzeugen und damit einen Wettbewerbsvorteil gegenüber italienischen Unternehmen hätten.
Weniger Abhängigkeit als Ziel
Das Thema ist in Italien umstritten. Während die Lega sich schon seit Monaten für den Wiedereinstieg des Landes in die Atomenergie einsetzt, stemmen sich einige Oppositionsparteien wie die Fünf-Sterne-Bewegung dagegen. Italien bemüht sich, bei der Energielieferung seine Abhängigkeit aus dem Ausland zu verringern.
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