Autobombe gezündet
Afghanistan: Neun Tote bei Anschlag auf Flughafen
Ein Sprecher der NATO-geführten ISAF-Truppe sagte, dass außerdem drei ausländische und fünf afghanische Soldaten sowie fünf Wachmänner verletzt worden seien. Der Attentäter habe sich in einem mit Sprengstoff gefüllten Fahrzeug an der Einfahrt zum Flughafen in die Luft gesprengt. Der Flughafen der Hauptstadt der Provinz Nangarhar wird sowohl zivil als auch militärisch genutzt.
Wegen der unbedachten Verbrennung von Koran-Exemplaren durch US-Soldaten (siehe Infobox) kommt es in Afghanistan seit Tagen zu schweren Unruhen, die bereits viele Tote gefordert haben. Der Flughafen in Jalalabad war in der Vergangenheit schon mehrfach zum Ziel von Taliban-Angriffen geworden.
Karzai verurteilt Anschläge
Der afghanische Präsident Hamid Karzai verurteilte den Anschlag auf den Flughafen als unmenschlich und unislamisch. Er wünsche, "dass der skrupellose Feind sich damit nichts einhandelt als wachsenden öffentlichen Ärger und die Strafe Allahs, des Allmächtigen".
Nahrungsmittel von Soldaten vergiftet?
Neben dem Bekenntnis zu dem Selbstmordanschlag behaupteten die Taliban am Montag auch, dass einer ihrer Kämpfer Essen und Getränke auf einer ISAF-Basis vergiftet habe. Ein ISAF-Sprecher sagte, man untersuche mutmaßliche "Manipulationen" an Nahrungsmitteln auf einem Stützpunkt in Torkham an der Grenze zu Pakistan. "Es gibt Berichte, wonach Spuren von Bleiche in Essen und Getränken gefunden wurden." Der betroffene Speisesaal sei geschlossen worden. "Wir versuchen, ausfindig zu machen, ob jemand deswegen krank wurde." Behauptungen der Taliban, fünf US-Soldaten seien an Vergiftungen gestorben, wies der Sprecher zurück.
"Truppen sollten nicht zu schnell abgezogen werden"
Trotz der zunehmenden Gewalt gegen NATO-Soldaten in Afghanistan hat der US-Botschafter Ryan Crocker von einem schnelleren Abzug der US-Truppen vom Hindukusch abgeraten. Man müsse dem Drang widerstehen, nun das Ende des Kampfeinsatzes vorzuziehen, sagte Crocker am Sonntag dem Fernsehsender CNN. "Jetzt ist nicht die Zeit, um zu entscheiden, dass es hier nichts mehr zu tun gibt. Wir müssen unsere Anstrengungen verdoppeln. Wir müssen es schaffen, dass Al-Kaida nicht zurückkommt." Zugleich rief der US-Botschafter in Afghanistan zur Ruhe auf: "Ich denke, die Lage muss sich beruhigen, wieder normaler werden und dann können wir zur Tagesordnung zurückkehren."
Bisher plant die NATO, die Sicherheitsverantwortung bis Ende 2014 an die Afghanen abzugeben. Bereits im kommenden Jahr wollen die USA ihre Führungsrolle bei den Kampfeinsätzen übertragen.
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