Polizisten im Visier

Dutzende Tote bei Anschlagsserie im Irak

Ausland
23.02.2012 10:59
Bei einer neuen Welle der Gewalt sind am Donnerstag im Irak mehr als 60 Menschen getötet worden. Alleine in der Hauptstadt Bagdad kamen bei mehreren Anschlägen mit Autobomben in schiitischen Stadtteilen mindestens 32 Menschen ums Leben. Ziel der Attacken waren vor allem Polizisten. Das irakische Innenministerium gab dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahestehenden Sunniten-Gruppen die Schuld an den Attentaten.

In Sicherheitskreisen war von mindestens fünf Explosionen die Rede. Eine Bombe detonierte demnach bei einem Polizei-Checkpoint im Bezirk Karrada. Auch in Kadhimiya im Norden von Bagdad ging neben einer Polizeistation eine Autobombe in die Luft.

Außerdem wurden in den Stadtteilen al-Mansour und Dorat Abo Sheer zahlreiche Menschen bei Bombenattacken getötet. Auch bei einem Überfall auf eine Polizeistation im südlichen Bezirk Saidiya kamen mehrere Menschen ums Leben.

In der rund 250 Kilometer nördlich von Bagdad gelegenen Provinzhauptstadt Kirkuk explodierten ebenfalls mehrere Autobomben. Dabei wurden Dutzende Menschen verletzt. In der nördlichen Provinz Salah al-Din wurden bei Explosionen von Autobomben mindestens vier Menschen getötet und rund 20 weitere Personen verletzt.

Kurze Periode der Ruhe vorbei
Erst am Sonntag waren in Bagdad bei einem Selbstmordanschlag auf eine Polizeiakademie 20 Menschen getötet worden. Der Angriff hat eine kurze Periode der relativen Ruhe unterbrochen, nachdem die Spannungen zwischen dem schiitischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki und sunnitischen Politikern nachgelassen hatten.

Der Streit hatte im Dezember und Jänner zu einem Aufflammen der Gewalt geführt und Befürchtungen geweckt, das Land könne wieder in schwere Gefechte zwischen den Religionsgruppen wie in den Jahren 2006 bis 2007 abrutschen. 

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