NATO befiehlt:

Religiöse Schulung für Soldaten nach Koran-Verbrennung

Ausland
22.02.2012 12:16
Nach Protesten wegen der Verbrennung von Exemplaren des Korans durch US-Truppen in Afghanistan zieht die NATO-Truppe ISAF Konsequenzen: In einer Direktive verpflichtete Kommandant John Allen alle Soldaten dazu, bis zum 3. März an Schulungen zum angemessenen Umgang mit religiösem Material teilzunehmen. Doch der Bevölkerung dürfte das nicht reichen - am Mittwoch kam es erneut zu Ausschreitungen, die mehrere Todesopfer forderten.

Die Truppe hatte in der Nacht auf Mittwoch bestätigt, dass Soldaten in der US-Basis Bagram Ausgaben des Korans zur Entsorgung versehentlich zu einer Verbrennungsanlage gebracht hatten. Die ISAF teilte mit, die Schulung der Soldaten werde die Erkennung, Bedeutung, Lagerung und den korrekten Umgang mit religiösem Material umfassen. 

Neue Proteste forderten Todesopfer
Doch offenbar ist das nicht genug. In verschiedenen Teilen des Landes kam es am Mittwoch neuerlich zu Protesten gegen die Verbrennung des Korans. Bei den Ausschreitungen kamen mindestens acht Demonstranten ums Leben, zehn weitere Menschen wurden verletzt.

In Kabul setzten nach Angaben der Polizei wütende Demonstranten Fahrzeuge in Brand und griffen Geschäfte an, Hunderte Afghanen lieferten sich Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften. Dabei wurde auch auf die Demonstranten geschossen. Auch vor dem US-Stützpunkt Camp Phoenix warfen Demonstranten mit Steinen, die Soldaten schossen daraufhin in die Luft. Von brennenden Autoreifen stieg schwarzer Rauch auf.

Menge skandierte "Tod den Amerikanern"
Bereits am Dienstag hatten sich etwa 3.000 Demonstranten vor dem US-Stützpunkt in Bagram versammelt, die "Tod den Amerikanern" skandierten. Bei Muslimen gilt die Verbrennung sowie jede andere Schändung des Korans als Todsünde.

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