Brüsseler Verrücktheiten. Bemerkenswert, wie leicht es die EU immer wieder den Menschen macht, sich über sie aufzuregen. Am Montag wurden im Verkehrsausschuss die Pläne für das neue Regelwerk zur Hebung der Verkehrssicherheit in Europa präsentiert - mit maximalen Folgen für die Fahrzeuglenker. Ein kleiner Ausschnitt aus den geplanten neuen Regeln: Geschwindigkeitsbeschränkungen nach Alter gestaffelt (Neulinge dürften nicht schneller als 90 Stundenkilometer fahren, Nicht-Neulinge auch nicht schneller als 110); ab 60 würde der Führerschein nur noch für sieben Jahre ausgegeben werden, ab 70 für fünf, ab 80 für zwei Jahre; für Fahranfänger sollte ein Nachfahrverbot erlassen werden; für Autos über 1,8 Tonnen (das sind die meisten SUV´s) würde ein Führerschein B nicht mehr reichen und manches mehr. So ist - siehe oben - die Aufregung über Brüssel wieder einmal groß. Mit der Ankündigung so übertriebener Maßnahmen wird das hehre Ziel, die Verkehrssicherheit in Europa zu verbessern, kaum zu erreichen sein. Sondern bloß eine Diskussion über die Brüsseler Verrücktheiten angestoßen.
Brüsseler Versagen. Wenn es den Damen und Herren bei der EU langweilig ist, ein Eindruck, den man nicht nur angesichts der Führerschein-Vorschläge gewinnen könnte, dann sollten sie sich der Lösung akuter Probleme zuwenden. Die Arzneimittel-Engpässe wären ein Thema. Im vergangenen Winter kam es zu teils erheblichen Lieferlücken bei wichtigen, weit verbreiteten Medikamenten. Dass es in der beginnenden Erkältungssaison wieder zu Engpässen kommt, will man nicht ausschließen - auch wenn sich die Lage entspannt haben soll. Dass im dritten Jahrzehnt des dritten Jahrtausends Massenmedikamente Mangelware sein können - das darf und muss man Versagen nennen. Auch ein Brüsseler Versagen.
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