Erzbischof klagt an
Korruptionsvorwurf: Vatikan “im Griff obskurer Kräfte”?
In zwei Briefen an Papst Benedikt XVI. hatte der Erzbischof im März und Mai 2011 von "Korruption und Machtmissbrauch in der Verwaltung vieler Abteilungen" gesprochen. Außerdem berichtet Vigano dem Papst, dass der Vatikan große Summen einem Superkomitee von Bankern anvertraut habe, die damit eigene Interessen verfolgten.
"Strafversetzung" nach Kritik?
Als stellvertretender Verwaltungschef des Governatorats, der Staatsverwaltung des Vatikanstaates, war Vigano zwischen 2009 und Herbst 2011 im Amt. Seine Briefe an das Kirchenoberhaupt hätten dem Erzbischof die Stelle gekostet, berichtete die römische Tageszeitung "La Repubblica" am Sonntag. Der Erzbischof wurde im vergangenen Herbst nach Washington versetzt, wo er jetzt als Nuntius tätig ist. Vigano klagte, dass seine Versetzung mit seinen Vorwürfen zusammenhänge.
Über Viganos Briefe an den Papst berichtete kürzlich der italienische Privatsenders "La7" in einer Reportage, die hohe Wellen schlug. In einem Kommuniqué vom Samstag wies das Governatorat die Vorwürfe der Misswirtschaft und der Korruption zurück. Die Leitung der vatikanischen Staatsverwaltung verwarf die Veröffentlichung von Viganos Briefe an den Papst.
Behauptungen beruhen auf "falschen Einschätzungen"
Sie würden in der Öffentlichkeit den Eindruck wecken, dass das Governatorat kein verantwortungsbewusstes Verwaltungsorgan, sondern ein unzuverlässiges Amt "im Griff obskurer Kräfte" sei, hieß es im Schreiben. Die aufgestellten Behauptungen beruhten auf "falschen Einschätzungen und unbegründeten Ängsten", wie eine gründlicher Überprüfung gezeigt habe, hieß es aus dem Governatorat.







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