Wegen Denkmalschutz

US-Gericht will„Titanic“-Expedition verbieten

Ausland
30.08.2023 14:28
Porträt von krone.at
Von krone.at

Ein Unternehmen will im Frühjahr nächsten Jahres eine weitere Expedition zum Schiffswrack der „Titanic“ geplant - doch die US-amerikanische Justiz möchte dies verhindern. Die Behörden berufen sich dabei auf ein internationales Abkommen, in dem das Schiffswrack zur Grabstätte erklärt wurde.

Das Unternehmen RMS Titanic Inc. wollte im Mai nächsten Jahres eine unbemannte Expedition zur „Titanic“ starten. Dabei sollten auch Artefakte ans Tageslicht geholt werden, sondern auch viele Bilder von dem Schiff gemacht werden. Man interessiere sich der Firma zufolge für „das Innere des Wracks, wo der Verfall so große Abgründe geöffnet hat, dass ein ferngesteuertes Fahrzeug in den Rumpf eindringen kann, ohne die aktuelle Struktur zu beeinträchtigen“.

Anwälte pochen auf Denkmalschutz
Doch dem US-Gericht, das dieses Vorhaben verhindern möchte, geht es aber gar nicht darum, dass das Wrack beschädigt werden könnte, sondern um den Respekt vor den rund 1500 Menschen, die durch das Schiffsunglück ihr Leben verloren hatten. Obwohl RMS Titanic Inc. die Bergungsrechte für das Wrack besitzt, würde das Vorhaben des Unternehmens einen Verstoß gegen ein Bundesgesetz sowie einen Vertrag mit Großbritannien. Letzterer sieht vor, das Wrack als Denkmal zu behandeln.

„RMST steht es nicht frei, dieses gültig erlassene Bundesgesetz zu missachten, doch das ist seine erklärte Absicht“, so US-Anwälte in einem am Freitag eingereichten Gerichtsdokument. Durch die Pläne des Unternehmens würden dem gesunkenen Schiff „der Schutz entzogen, den ihm der Kongress gewährt hat“.

Firma hofft, Marconi-Telegrafengerät bergen zu können
Das Unternehmen plante, Artefakte aus dem Trümmerfeld und „möglicherweise frei stehende Objekte im Wrack bergen“. Man hoffte auch Gegenstände aus dem Marconi-Raum, „aber nur, wenn solche Gegenstände nicht am Wrack selbst befestigt sind", ließ das Unternehmen wissen. In diesem Raum befindet sich unter anderem das Schiffsradio, ein drahtloses Marconi-Telegrafengerät. Dieses wurde verwendet, um nach dem Zusammenstoß mit einem Eisberg Notsignale von der sinkenden „Titanic“ zu senden.

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